Börse-Vorstand Boschan entlarvt Investment-Mythen und verrät das 8. Weltwunder…

Knapp 2 Jahre ist Dr. Christoph Boschan der Vorstandsvorsitzende der Wiener Börse AG Der gebürtige Berliner plädiert für mehr Wirtschafts- und Finanzbildung in den Schulen und sagt “Bildung ist der beste Anlegerschutz”. Wir freuen uns jetzt auf ihren Vortrag. Bitte Vielen herzlichen Dank für die einleitenden Worte. Ich ergänze das übrigens immer noch. Ich sage nicht nur “Bildung ist der beste Anlegerschutz”, ich sage vor allen Dingen auch “Bildung zahlt sich aus”, dazu kommen wir aber gleich Vielleicht darf ich zunächst sagen oder zum Ausdruck bringen wie gerne ich bei ihnen bin. Ich muss wirklich sagen mir geht jedes mal das Herz auf wenn ich nach Oberösterreich komme. Meine alte Wirkungsstätte war ja die Börse Stuttgart. Schwaben und ich habe es heute im Vorgespräch mit den Oberösterreichischen Nachrichten schon gesagt, das Setup des schwäbischen Dorfes ist ja dem des oberösterreichischen doch ganz ähnlich. Da gibt es das Wirtshaus, die Kirche und am Ortsausgang den Weltmarktführer Also ein unglaublich vitales wirtschaftliches Umfeld was zu ganz wohlerzogenen und wahnsinnig netten Leuten führt und ich darf das auch dem Gastgeber hier und insbesondere dem Veranstaltungsteam sagen. So eine professionelle Organisation findet man selten, also wirklich von vorne bis hinten professionell durchgestaltet. Vielen Dank, dass ich bei ihnen sein darf, vielen Dank an die Oberösterreichischen Nachrichten, vielen Dank an die Raiffeisen Oberösterreich, es ist ein wirkliches Privileg zu ihnen sprechen zu dürfen Zur Sache “Bildung zahlt sich aus” und bevor wir wirklich ernsthaft reden, steigen wir mit einer Übung ein Dazu brauche ich sie. Eine kleine Lockerungsübung. Es wird sie vielleicht, wundern, oh jetzt habe ich meinen Anschluss verloren, vielleicht vielleicht kann ich die Regie bitten einfach die erste Folie aufzurufen Dann machen wir das so, da sind wir, wunderbar, sehr gut. Ja, was ist da abgebildet? Ein Frühstücksei und als Auflockerung vielleicht in die Runde, wie ist es mit dem Abschrecken von Eiern damit man sie besser pellen kann, wie machen sie das, schrecken sie ihre Eier ab? Ja. Damit man die besser pellen kann, ja. Wie siehts so mit der allgemeinen Meinung aus? Nützt das was, nützt es nichts, vielleicht mal Hände hoch derjenigen die meinen das nützt was? Da traut sich natürlich, da trauen sich nur ein paar. Also soweit ich mich im Internet informieren konnte nützt es nichts Ich muss sie enttäuschen. Das leichte oder schwere Pellen von Eiern hat er mit ihrem Alter zu tun. Je älter sie sind desto leichter lassen sie sich schälen Wir machen weiter, Hauptstadt von Marokko? Vielleicht die Nachbarin Sie haben einen Hinweis auf der Folie Es ist natürlich nicht Casablanca Es ist Rabat und wir fahren fort. Da ist sie die Hummel. Alle mal die Hände hoch die der Meinung sind die Hummel sticht 1, 2 sie sind die Einäugigen unter den Blinden. Na selbstverständlich sticht sie, die Hummel Sie ist allerdings ein sehr friedfertiges Tier. Nur wenn sie sich ausserordentlich bedroht fühlt dann sticht sie auch.Jetzt kommen wir zu den Eiern zurück. Sie können sich rehabilitieren Braucht es denn den Hahn damit die Eier legen? Nein Woher wissen sie das? Ich hab Hühner daheim Sehen sie und da geht es ihnen genau wie mir, meine Oma hatte 130 Hühner und da war monate- und jahrelang kein Hahn in Sicht und die haben fleißig gelegt. Wenn es Küken geben soll braucht es natürlich ein Hahn, das ist der entscheidende Unterschied Also sie merken schon in welche Richtung die Reise geht und ich habe noch viele andere Beispiele mitgebracht Sie sehen links oben den Stier der rot sieht, ja, der Stier ist farbenblind. Er sieht gar keine Farben und das Rot erst recht nicht. Eher reagiert eher auf das Gewackel vor seinen Augen. Dann die berühmte Teflonpfanne, ja, Teflon das Produkt das angeblich als Abfallprodukt der Weltraumforschung entstand um uns die riesen Kosten für die Weltraumprogramme zu rechtfertigen. Eine Erfindung von Mitte der 30er Jahre, wesentlich vor der Erfindung der Weltraumfahrt. Dann mein Liebling rechts oben Wenn wir über Fehlwahrnehmungen und öffentliche Vor- und Fehlurteile reden dann führt das ja sogar so weit, dass wir die alle kennen. Jeder der mal durch den Feldstecher geschaut hat weiß es ist

nicht dieses Doppelrohr, es formt sich zu einem Rohr aber wir akzeptieren das sogar, ist völlig okay wenn man uns damit gegenübertritt in Filmen. Ja dann die Bananen habe ich aufgeführt weil es einer meiner Lieblinge ist. Ich bin ja gelernter Jurist. Die berühmte Bananenkrümmungs-Verordnung der EU, ja die es schlicht nicht gibt. Ja dann, wenn natürlich ein historischer Evergreen die Erde als Scheibe, als Kugel ja deswegen vielleicht aktuell ganz interessant weil wir immer dachten das Mittelalter denkt es ist eine Scheibe, jetzt die neuere Forschung sagt naja eigentlich wusste das Mittelalter auch schon bescheid um die Kugel und wer sich mal einen bunten Abend machen will geht auf Youtube und sucht mal nach den sogenannten “Flat Earthern”. Also eine neue Bewegung die also tatsächlich behauptet die Erde ist eine Scheibe Kurz zum Schnee noch, die angeblich hundert oder sogar tausend Wörter der Inuit die sie haben um Schnee zu beschreiben. Haben sie nicht, sie haben 2 und hier auch schön wegen der gedämpften Stimmung hier im Saal. Kind macht ihr Licht an, lies nicht so sehr im schummrigen Licht, davon werden die Augen schlecht. Also der Optiker und der Augenarzt die werden ihnen das nicht bestätigen ganz im Gegenteil, sie trainieren sogar ihr Auge. Es ist natürlich etwas anstrengend und jetzt werden sie vielleicht fragen um Gottes Willen was macht der hier? Der soll die Keynote halten, was hat das mit der Börse zu tun? Nun, meine Damen und Herren das sollte schlicht eine Auflockerung sein um uns gemeinsam zu verständigen auf Fehlwahrnehmungen und Vorurteilen denen wir allen unterliegen und ich glaube da gibt es ein großes, großes Bild gerade zu rücken wenn es um den Umgang mit der Börse geht. Und vieles von dem was jetzt kommt ist auch sehr schön eigentlich und fast auch vollständig bereits angeklungen, denn ich glaube, dass Börsenbild was ihnen gegenübertritt ist das hier. Ja da ist er, Leonardo DiCaprio, Wolf of Wallstreet Oder das hier, sofortiger Vermögensverlust durch Spekulation “100 bucks will buy this car must have cash lost all on the stock market.” Können sie im Internet googeln. Ganz berühmtes Foto, übrigens ein gestelltes Foto ja in verschiedenen Posen taucht er auf. Werden sie selber ermitteln können und das sind sie leider, die 2 Extrempunkte in denen sich die Börsenberichterstattung, auch die tägliche Börsenberichterstattung oft bewegt. Entweder die Börse ist Ort eines schnellen und vor allen Dingen unverdienten, Wolf of Wallstreet, unverdienten Vermögenszuwachses. Meistens auch zu Lasten, zu moralischen Lasten anderer Oder die Börse ist Ort des sofortigen und vollständigen Vermögensverlustes Und das wird flankiert, sie kennen das durch eine also wirklich überbordende Literatur, die da parallel geht 100 Prozent mit Aktien der 1.900 Prozent BioTech AG, reich mit Aktien, wie in nur 23 Monaten aus 5.000 Euro nachweislich, nachweislich noch unterstrichen, fast 90.000 Euro wurden. Oder sie kennen das andere Phänomen. Der Crash kommt, der nächste Crash kommt, der Crash ist die Lösung, was passiert wenn der Crash kommt und das meine Damen und Herren sind Zerrbilder die mit der Realität nichts zu tun haben. Die Realität ist nämlich das hier. Was meine ich damit? Die Realität ist geprägt von einem Markt der weder von dauerhaft von den extremen Aufschwüngen, noch dauerhaft von den extremen Abschwüngen geprägt ist. Sondern der, wenn man die richtige Anlagestrategie wählt und deswegen habe ich das Faultier mitgebracht, für den langfristig investierten Investor große Wohlfahrtsgewinne bereit hält. Welche und in welchem Rahmen sehen wir hier Das ist die Realität am Aktienmarkt, der österreichische ATX hat seit Bestehen, über 20 Jahre mittlerweile, eine Durchschnittsrendite von ungefähr 7-8 Prozent und das ist auch das was sie als realistisch erwarten können Damit unterscheidet er sich übrigens ganz unwesentlich oder damit liegt er ziemlich in Line mit allen anderen internationalen Indizes und mit der weltweiten Entwicklung und das ist die Realität am Markt die leider hinter diesen Extrembildern manchmal viel zu sehr zurück tritt und wir haben eine ganze Menge junger Leute hier, vielleicht setzen wir die Fragerunde an der Stelle fort. Wenn man mit Anfang 20 ins Berufsleben eintritt und gut da muss man ihnen natürlich jetzt die Illusionen nehmen, dass sie mit 60-65 in Rente gehen bei

ihnen werden es wahrscheinlich eher 70, also sie kriegen ihre 45 Beitragsjahre zusammen und was passiert denn jetzt wenn sie diese 45 Jahre tatsächlich regelmäßig sparen und zum Beispiel 25 Euro pro Monat zur Seite legen und 25 Euro pro Monat ansparen, über 45 Jahre mit einer Rendite von 7 Prozent 3 Faktoren, nicht ganz einfach aber lassen sie doch mal eine Schätzung ab was steht denn da nach 45 Jahren für eine Summe? 25 Euro, 45 Jahre angelegt, 7 Prozent. Lassen sie mal einen raus, was steht da für eine Summe? Keine Ahnung. Ungefähr? Gibt es Schätzungen? Traut sich jemand eine Schätzung? 65.000, wer bietet mehr, wer bietet weniger. Sie sagen? 100.000 Okay also sie haben sich ja extrem mutig nach vorne gewagt. Wie in Gottes Namen kommen sie auf diesen wahnsinnig hohen Betrag? 14 Prozent in 5 Jahren san Verdopplung, also in 10 Jahren sind 7 Prozent. Also ich sehe schon sie sind, sie haben da schon ein intellektuelles Grundgerüst mit sich Das ist wirklich eine sehr wertvolle Überlegungen die sie anstellen, nur vielleicht holen wir alle anderen noch mal ab. Wenn wir 25 Euro monatlich zurücklegen dann sind dort erstmal nur 300 Euro im Jahr, nicht wahr. So, und in 10 Jahren sind es dann .3000 ja und in 40 Jahren sinds 12.000 und dann kommen nochmal für die 5 Jahre 1.500 drauf dann sind wir bei 13.500. Also 13.500 haben wir eingezahlt und sie behaupten jetzt ernsthaft da werden 65.000 Euro draus. Der junge Mann ist vertraut mit dem 8. Weltwunder, dem Zinseszins und das ist etwas womit er vollkommen recht hat Es ist sogar noch viel mehr. Nämlich, oh moment, ja auf 20 Jahre genau 21.000 Euro, guter Einstieg weil wir uns jetzt natürlich hinten raus dann skalieren über die nächsten 25 Jahre die auf dieser Summe aufsetzen und dann zu 103.500 Euro. Haben sie einen Zinseszinsrechner dabei gehabt oder wie, oder denken sie diese Zahlen mit? Aber wissen sie was, sie können wir überprüfen ob sie den Zinseszinsrechner benutzt haben. Durch eine ganz einfache Frage. Wie sieht es dann bei 50 Euro aus und bei 100 Euro? Ja, da ist es wieder ganz einfach, ja weil es verdoppelt sich einfach ja und das ist nämlich genau der Punkt. Bei 50 Euro im Monat sind wir bei 200.000 Euro und bei 100 Euro im Monat sind wir bei 414.000 Euro. Jetzt stellen sich mal die Schlagzeile vor jeder Österreicher der das ernst nimmt was wir uns heute hier Abend erarbeitet haben, jeder Österreicher der das ernst nimmt und nur 100 Euro, ist weniger als das Kindergeld, monatlich mit einem ordentlichen Aktiensparplan anspart über seine gesamte Arbeitszeit, geht zusätzlich mit 400.000 Euro in Rente Wunderbar. Das also als kleine Einführung zum 8. Weltwunder Das Erreichen dieser Durchschnittsrendite und dieser Endzahlen hat aber Bedingungen und über diese Bedingungen müssen wir sprechen. Sie mögen ja zurecht aufrufen naja Herr Boschan jetzt sagen sie, da gibt es eine Durchschnittsrendite von 7 Prozent aber der ATX schwankt doch wahnsinnig und auch ich werde ja nicht bestreiten können das es diese wahnsinnigen Boom-Phasen gibt und wahnsinnige Phasen dann der Kapitalvernichtung geradezu. Wir haben auch im ATX ein große Volatilität gesehen im Jahr 2017, 30 Prozent Anstieg, 20 Prozent Rückgang dann im letzten Jahr, was wir auch weitgehend oder auf dem Weg sind wieder aufzuholen Und deswegen muss man sprechen über die Bedingungen die das hat um an diese Durchschnittsrendite heranzukommen Und ich glaube da gibt es nur 4 Grundsätze die sie mitnehmen sollten aus dem heutigen Abend. Das Erste ist, sie kaufen mal grundsätzlich nur das was sie verstehen oder was sie sich erklären lassen können. Dafür sind sie glaube ich hier genau in der richtigen Gesellschaft nämlich bei einer Bank die das kann. Was sie nicht verstehen davon lassen sie die Finger Zweitens, die Anlage ist natürlich möglichst breit zu streuen ich habe ihnen das ATX-Beispiel gemacht wo die 20 größten Industrieunternehmen nach Marktkapitalisierung und Umsatz versammelt sind und bei einem so langfristigen Anlagehorizont würde ich natürlich immer noch weiter gehen. Sogar nicht nur über den ATX streuen sondern

letztlich sogar weltweit, ja einen weltweit agierenden Fonds und auch hier sitzen die richtigen Spezialisten im Raum, von der Kepler die da die entsprechenden Produkte anbieten, die möglichst breite Streuung, das ist das was das Risiko entscheidende rausnimmt Dritte Grundregel, sie müssen natürlich langfristig handeln. Zugang zu dieser Durchschnittsrendite gibt es nicht wenn man sich nur ein halbes Jahr, 1 Jahr 5 Jahre am Markt engagiert. Sondern langfristig heißt wirklich langfristig 10-20 Jahreszeiträume und dann ist man auf der sicheren Seite, auch am Aktienmarkt. Ganz wichtig ein weiterer Grundsatz, regelmäßig investieren. Der sieht übrigens so unscheinbar aus dieser Grundsatz aber der hat einen ganz entscheidenden Effekt. Ich bin der fundamentalen Auffassung ein Privatanleger muss sich eine Anlagestrategie geben bei dem ihm die täglichen, monatlichen, jährlichen Schwankungen egal sein können und da ist natürlich klar, eine gewisse Langfristigkeit Vor allen Dingen werden die aber dann egal wenn man wirklich monatlich oder zumindest halbjährlich oder mindestens jährlich getaktet in den Markt hinein geht und am besten übrigens auch getaktet wieder aus dem Markt raus geht Und auch da spreche ich von Zeiträumen von Monaten oder sogar Jahren und dann ein letzter Punkt den sie durchaus kritisch im Umgang, auch mit ihrer Bank mitnehmen, auch mit uns als Repräsentanten der Finanzindustrie und das ist nämlich auf die geringen Kosten beim Erwerb der Konto- und Depotführung zu achten. Wenn sie von den 7,5 Prozent Durchschnittsrendite des ATX allein 1 Prozent wegnehmen, dann fehlt ihnen beim Anlagezeitraum von 45 Jahren, fehlt ihnen bestimmt ein Viertel bis ein Drittel des Endergebnisses. Also wenn 100.000 Euro zusammenkommen und sie nehmen nur einen Prozentpunkt weg auf 45 Jahre dann fehlen da 20.000-30.000 Euro bei 400.000 Euro fehlen ihnen fast 100.000 Euro Das ist ein nicht zu unterschätzender Effekt und da kann ich nur jeden auffordern auch uns als Branche richtig in die Mangel zu nehmen. Denn es ist ihr Geld letztlich was da verwaltung findet. Damit ist die zentrale Botschaft eigentlich platziert Machen sie sich unabhängig von dem täglichen Rauschen, dem wöchentlichen Rauschen über die Finanzmarktberichterstattung, nehmen sie das von heute an als Folklore es ja ist ein wahnsinnig unterhaltsamer Film dieses “Wolf of Wallstreet” Er hat nur mit der Anlagerealität nichts zu tun Machen sie sich frei von diesen Extrembildern und nähern sie sich der für sie viel viel wertvolleren Realität eines Durchschnittskurses und einer langfristigen Anlage die sie von allen Sorgen eigentlich auch befreit und sie weit weniger gestresst dann auch mit dem Börsenmarkt umgehen lässt Und eines darf ich noch zeitlich vielleicht, denn wir haben ja heute hier semi-professionelles Publikum da Wir haben insbesondere die Schüler hier, die jetzt das Börsenspiel durchlaufen haben und auf ihrem Weg zum Markt werden ihnen auf den neuen Medien, im Social Media Bereich, insbesondere auf Youtube eine ganze Menge Versprechen entgegen gekommen sein und da sollen sie innerhalb von wenigen Wochen reich werden, da sollen sie diese oder jene Technik zum Einsatz bringen und da möchte ich doch und ich darf das jetzt, ich habe die 40 jetzt überschritten und deswegen darf ich etwas altväterlich daher reden. Ich habe das alles durch ich war Börsenhändler, ich habe das alles versucht was jetzt kommt und ich kann ihnen Brief und Siegel geben es wird für sie nicht funktionieren. Jedenfalls nicht für den Privatanleger, wenn wir nachher noch ins Gespräch gehen werden vielleicht Einzelne auf mich zukommen was erzählen sie denn da natürlich macht das Sinn mit der Charttechnik, natürlich macht das Sinn mit dem Stock Picking Und wenn sie sich damit professionell anfangen zu beschäftigen dann so be it, aber für den durchschnittlichen Privatanleger fällt das eigentlich aus Und da wollen wir noch kurz mal durchgehen Hier ist noch mal unser Faultier. Also Vorsicht vor Investment-Mythen Eigentlich bringt dieses Icon da schon alles zum Ausdruck also wenn sie eins, wenn sie als Privatanleger in Zukunft über eine dieser Anlagestrategien stolpern dann nehmen sie die nächste Tür und lassen den oder diejenige einfach kalt stehen, die sie da versucht zu beeinflussen. Wir fangen mal an mit dem Market Timing Ja natürlich kann man versuchen jetzt das richtige Timing für den Ein- und Ausstieg zu identifizieren. Ja und es mag vielleicht auch in langen Zyklen da tatsächlich etwas dafür sprechen Wir sind gerade am Ende des historisch langfristigsten Börsenaufschwungs, eigentlich der modernen Börsengeschichte Ich kann ihnen aber garantieren, dass als Privatanleger sie dieses Market Timing nicht richtig analysieren werden. Sie müssen es nämlich zwei mal richtig analysieren, sowohl beim Einstieg wie beim Ausstieg

Und vor allen Dingen müssen sie ja auch nicht mehr, denn von heute an werden sie ja getaktet über einen Sparplan regelmäßig in den Markt und regelmäßig wieder rausgehen Es kann ihnen egal sein. Zweitens, Stock Picking. Ja natürlich können sie sich Einzelwerte raussuchen und natürlich kann man damit übrigens erfolgreich sein Warren Buffett kann das, sie leider ganz überwiegend nicht. Ich auch nicht Technische Analyse, mein Lieblingsthema Die fortgeschrittene Esoterik für Börsianer. Kopf-Schulter-Formation, Kanäle, Bollinger-Bänder. Alles super super super eingängig in der Retrospektive, nur ich habe noch keinen dauerhaft erfolgreich damit gesehen. FX, hier abgekürzt als Währungshandel Forex Handel ja der liquideste Markt der Welt. 1.000 Anbieter im Internet die ihnen erzählen, dass sie innerhalb der Woche ein bequemes Nebeneinkommen von 5.000 Euro erzielen können durch Handelssystem XY Ich garantiere ihnen es wird nicht funktionieren für sie als Privatanleger Das gleiche trifft auf den CFD-Handel zu der hoch gehebelt mit viel Marge vollzogen wird, für sie als Privatanleger reicht eigentlich das Zitat der Statistik. 98 Prozent der Teilnehmer gehen vermögenslos aus diesem Unterfangen heraus. Insider-Tipps und Börsenbriefe versteht sich von selbst, eigentlich vielleicht als Grundsatzregel bei all diesen Tipps, hinterfragen sie doch einfach immer sehr kritisch warum derjenige der versucht sie teilzuhaben an seiner Millionärsformel, warum er das macht. Wenn er es denn weiß na dann soll er doch einfach selber zusehen, dass er noch reicher wird. Niemand hat eigentlich eine Veranlassung die wirklich am Markt funktionierenden Mechanismen zu teilen und ganz am Ende hier vielleicht noch die Penny Stocks. Damit meine ich nicht die Aktien die mal aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten tatsächlich so weit gefallen sind, dass sie ein Penny Stock sind, also unter einem Euro notieren. Sondern damit meine ich eigentlich das unüberschaubare Heer der Werte. Insbesondere in Amerika gibt es dafür extra Märkte von Gesellschaften die gleich im Penny Stock Bereich emittieren. Mir wäre kein einziger Fall bekannt der sich tatsächlich nachhaltig entwickelt. Er hätte mit einer Ausnahme, das ist die Microsoft-Aktie, die muss man hier allerdings raus nehmen Das was wir heute unter Penny Stocks verstehen das entspricht sicherlich nicht dem Charakter. So, Day Trading übrigens genau das gleiche benutzen sie XY Handelssystem und übrigens hier bin ich auch gleich, ich Anbieter für eine kleine Gebühr von 300 Euro im Monat können sie mein Handelssystem nutzen Alles alles langfristig nicht tragfähig Man wird sie konfrontieren mit umfangreichen Charts wo man den Erfolg dieser oder jener Methode nachweist. Nur das ist alles nicht nachhaltig, es trägt nicht über mehrere Jahre oder erst recht nicht über Jahrzehnte. All das ist ein Einziges, nämlich Spekulation Worüber wir reden wollen und hier fügt sich das wunderbar in das Mission Statement der Raiffeisen ein, ist Investition. Treiben sie keinen Unsinn mit ihrer Wohlfahrt. Investieren sie, spekulieren sie nicht. Das ist mein ganz zentraler Rat. Und ich weiß, insbesondere für die jungen Männer im Raum Ich hatte ja das große Privileg mit 19 Börsenmakler zu werden. Ich weiß dass sie das alle wollen und ich weiß dass sie das interessant finden und das ist es auch aber tun sie sich bitte den Gefallen und nehmen sich kleines Geld beiseite auf das sie verzichten können und dann beweisen sie sich selbst mal, ein halbes Jahr, dass eine dieser Methoden funktioniert. Tun sie sich den Gefallen, separieren sie dieses Geld, testen sie sich und dann legen sie ernsthaft los wenn es funktioniert hat für sie eigentlich würde ich auch nicht ein halbes Jahr empfehlen, sondern auch für längere Zeiträume Vielleicht muss man diese Selbsterfahrung machen. Ich habe sie gemacht, ausnahmslos, ich glaube ich habe so ziemlich alles gehandelt was am Markt handelbar ist und ich kann ihn aus meiner Erfahrung sagen: “Bitte investieren sie, spekulieren sie nicht.” Ja und das kann ich natürlich als Vertreter eines regulierten Marktes, eines hoch und höchst regulierten Marktes nicht verkneifen, dass in diese Spekulationszenarien natürlich jetzt jüngst auch diverse Form des Croud Investments, der Krypto Currencies oder insbesondere der SEOs fallen. Auch da wäre ich ganz ganz vorsichtig. Die breite Breite dieser Geschäfte hat nichts mit Investition, sondern vielmehr mit Spekulation zu tun Und damit bin ich eigentlich fertig. Also ich fasse vielleicht zusammen. Nochmal, lösen sie sich von den Zerrbildern von denen sie leider sehr beeindruckt sein müssen weil das nun mal die tägliche Berichterstattung über die Börse ja weil die tägliche Berichterstattung nun mal so ist. Wenden sie sich lieber zu einer Anlagestrategie die sie extrem ruhig schlafen lässt und das sind die alten Grundsätze, kaufen sie nur das was sie verstehen oder sich erklären lassen

können, machen sie das ordentlich breit gestreut, machen sie das mit einem langen Anlagehorizont und am besten mit einem getakteten Einstieg und getakteten Ausstieg naja und achten sie zu guter Letzt noch ein bisschen auf die Kosten und wenn sie dann noch diese Fehler vermeiden, dann sitzen in diesem Raum eine ganze ganze Menge neuer Millionäre Vielen herzlichen Dank an der Stelle für die Aufmerksamkeit und ich freue mich ganz besonders natürlich auf dann den kritischen Austausch vielleicht mit dem einen oder anderen jungen Händler entlang dieser in meiner Ansicht Spekulationsanlage. Vielen herzlichen Dank