Ostfriesen im Fehntjer Land | die nordstory | NDR

Untertitel: Norddeutscher Rundfunk 2017 Es geht wieder los Jedes Jahr im Frühling werden in Großefehn die Boote zu Wasser gelassen Frank Schoone ist einer der Freizeitkapitäne Wenn der Kran bestellt ist, muss es gehen Es gibt nur diese Möglichkeit im Jahr Ja, endlich bricht die Saison an Ganzen Winter drauf gewartet und gearbeitet Schönes Gefühl, die nächsten sechs Monate das Boot wieder im Wasser zu haben Der Kanal ist nur 4 m breit Die Wassertiefe: nicht viel mehr als ein Meter Aber die Bootsbesitzer kennen es nicht anders in Großefehn, mitten in Ostfriesland Fehn kommt aus dem Holländischen und heißt so viel wie “Moor” Ab dem 17. Jahrhundert wurde hier Torf abgebaut Die Kanäle entstanden, dienten der Entwässerung des Moores, die Menschen bauten Häuser – so entstand die Fehnlandschaft Natürlich wollen wir den Fehnkanal schiffbar erhalten und die Kultur erhalten Deswegen versammeln wir uns auf dem letzten Stückchen, was noch schiffbar ist * Ruhige Gitarrenmusik * Wir müssen warten, bis die Brücke, die wir passiert haben, geschlossen ist Dann kommt der Brückenwärter zur nächsten Brücke und öffnet die So lange hält der Konvoi an Das ist so wie vor 100 Jahren: Klappbrücken sind charakteristisch für die Fehn-Landschaft Frank Schoone und seine Kollegen verlassen den Großefehnkanal In die Richtung geht es ins weit verzweigte Kanalnetz Ostfrieslands: Bis zur Ems und, wenn man möchte, bis zur Nordsee Tschüss In Großefehn gibt es die ältesten und längsten Kanäle in Ostfriesland Die Landschaft ist einmalig in Deutschland mit ihren Klappbrücken, den Windmühlen und Torfschiffen Die Menschen sind stolz auf ihre Heimat und setzen sich dafür ein, das zu erhalten Dafür gibt es in Großefehn viele Beispiele Die Region lebt von ihrer Schönheit Im Zentrum der Gemeinde haben sich mehrere Supermärkte angesiedelt: Größer, moderner und billiger als die Tante-Emma-Läden am Kanal Früher gab es alle paar Kilometer ein Geschäft, heute sind die meisten geschlossen Ein Laden aber wurde vor einigen Jahren gegen den Trend eröffnet, im Ortsteil Mittegroßefehn Fünf Uhr morgens: Während die Menschen schlafen, sorgt dieser Mann dafür, dass alle frische Brötchen zum Frühstück bekommen Jann Kuhlmann betreibt den Dorfladen Mitte Es ist kein gewöhnliches Geschäft, vielmehr ein Sozialprojekt In der Nähe gibt es die Jugendhilfe-Einrichtung Leinerstift Sie brauchte Ausbildungsstellen für schwer vermittelbare Jugendliche und übernahm den ganzen Laden – zur Freude der Dorfbevölkerung

Ja, dieser Laden war ein alteingesessener Laden, der 2009, 2010 leer stand Gerade für unsere ältere Bevölkerung war es schwierig, einzukaufen und die Waren zu bekommen Sie waren auf Mithilfe von Nachbarn und Angehörigen angewiesen, was ja nicht immer positiv ist Jeden Morgen um sechs kommen nun frische Waren Für Jann Kuhlmann war damals alles neu Er arbeitete seit 15 Jahren im Leinerstift als Erzieher Ich bin kein Einzelhändler, nicht mal ein gelernter Ich bin in drei Wochen zum Einzelhändler gemacht worden, durch den Verkaufsberater von Bünting Es war ‘ne harte Zeit, aber er war gut Eigentlich bin ich gelernter Kfz-Mechaniker Inzwischen fühlt er sich wohl an seinem neuen Arbeitsplatz Was auch damit zu tun hat, dass er nun seine Frau Heike an seiner Seite hat Wir machen viel im Leben zusammen Und dass wir zusammenarbeiten, ist für uns eigentlich normal Damit haben wir kein Problem, dass wir 24 Stunden zusammen sind Da ist unser Kind Marc Römer ist da Der Auszubildende des Dorfladens kommt von der mündlichen Abschlussprüfung Wie ist es gelaufen, Marc? Mega, ich hab mit 100 % bestanden Super. Toll. Und? Glücklich? Wie auch nicht? Ich hab mit 1 bestanden, das macht ‘ne 2 als Gesamtnote Super, das freut mich Hat sich die Sache gelohnt, ne? Muss ich nur noch umziehen Das kriegen wir auch hin Dann haben sich die drei Jahre bezahlt gemacht Wie sieht es mit einem Sekt aus? Wollen wir einen? Da bin ich bei Haben wir einen Grund für, ne? Och, Tüdimus Ich hab’s geschafft. Super Ich hab nicht damit gerechnet, aber er kam rein … Doch, hab ich Dann holt er mich zurück und meinte: Guck mal hin Und dann stand da ‘ne fette 100 und da musste ich leider grinsen Marc Römer hat zehn Jahre im Leinerstift gelebt, er ging auf eine Förderschule – jetzt hat er es geschafft Ab morgen arbeitet er als Einzelhandelskaufmann in Münster Ich bin ein bisschen aufgeregt, weil ich mich so freue für dich Ich bin auch aufgeregt Das darfst du auch sein Das habe ich nicht alle Tage Ich bin ‘n bisschen sehr gerührt Es ist ‘ne Leistung, die der junge Mann vollbracht hat Für seinen Lebensweg ist das ‘n unheimlich großer Fundament, wo er drauf aufbauen kann Und sich in Zukunft vielleicht daran erinnert, was er gelernt hat Ich habe auch Mist gebaut, aber mit diesen Leuten konnte ich das bewältigen Nur mit diesen Leuten Prost. Prost Auf dein weiteres. Auf uns. Auf uns Auf das, was du geschafft hast Wir sind unwahrscheinlich stolz Gänsehaut pur Ich bin ein bisschen ungläubig, aber da steht es schwarz auf weiß Viele junge Leute ziehen weg, die Alten bleiben – wie diese Männer Sie sind hier aufgewachsen, sind stolze Fehntjer Und machten es sich zur Aufgabe, an den Ursprung ihrer Gemeinde zu erinnern: Auch für die Touristen Das machen sie, indem sie das Torfschiff “Frauke” in Schuss halten Kapitän ist Fritz Ottersberg, 80 Jahre alt Er ist als junger Mann auf so einem Schiff gefahren Anfang des Jahres ist auf einem Schiff viel zu tun Es hat den ganzen Winter gelegen Die Natur und die Sonne zehren am Holze und da muss wieder neu gestrichen werden Vor allen Dingen dieser Mast – er macht uns keine Sorgen, aber er soll so bleiben wie er ist Die Gemeinde hat das Schiff vor 23 Jahren gekauft und damit ein Stück ihrer Geschichte 10 bis 15 Männer kümmern sich um das Schiff

Im Sommer gehen sie damit auf Reisen Wenn alles klappt, wollen sie mit der “Frauke” auf der Ems Segel setzen Ich habe mit diesem Schiff schon mal gesegelt Schon ein paar Mal mehr Wir haben es wieder vorbereitet Wenn die Wetterlage das erlaubt und wir kriegen irgendwie ein paar erfahrene Leute zusammen: Dann werden wir versuchen, diesen Sommer wieder zu segeln Ein Stück für Helmut Danke schön Wat lecker, dat lett mi wat tö De hett ok een por Promille Nicht alle an Bord sind früher zur See gefahren Das geplante Segelabenteuer sehen sie mit gemischten Gefühlen Wir haben ein, zwei Leute, die sich auskennen Die anderen sind zu alt, die können nicht mehr mit Dadurch glaube ich, dass das schwieriger wird Versuchen wollen wir es noch mal Es müssen halt die richtigen Leute an Bord sein Sonst wird das nichts Nächste Woche wollen sie den Kanal verlassen Bürgermeister in Großefehn ist seit elf Jahren Olaf Meinen Auch er ist hier aufgewachsen Über 200.000 Euro gibt die Gemeinde jährlich für die Landschaft aus Das ist für uns eine Herkulesaufgabe Das fängt mit den Mühlen an, die instand zu halten Wir haben fünf Mühlen Klappbrücken streichen jedes Jahr, neu bauen teilweise, wenn sie abgängig sind Kanäle mähen, Kanäle instand halten Aber das ist uns wichtig, das zu machen Das ist unsere Geschichte An diesem Tag ist Olaf Meinen unterwegs zum Fehnmuseum Eiland Dort engagiert sich seit fünf Jahren die “Geschichtswerkstatt”: Bürger, die Interviews mit Zeitzeugen machen, um die Historie für die Nachwelt zu sichern Moin miteinander. Na? Mit den Jahren haben sie viele Fotos gesammelt Immer wieder kommen welche dazu Wir haben gerade geguckt, was wir hier für Bilder haben 1633 begannen die Moorpioniere, hier den Torf abzubauen * Melancholische Geigenmusik * Segelschiffe brachten das Heizmaterial nach Emden Mit Schaufel und Spaten wurde der Großefehnkanal gegraben Über 300 Jahre dauerte es, das Moor zu erschließen An den Ufern wurden die typischen Fehnhäuser gebaut Guck mal, von Asweges Anwesen Von wann ist das Foto? Das müsste von 1917 sein Das Haus steht an der schönsten Ecke, am Langerak. Wunderbar Er sieht das gar nicht mehr, aber ich fahre häufiger da vorbei Na, ich freu mich ja Das hat mein Sohn aufgegriffen und wir machen das zusammen Es ist ein wichtiges Gebäude für Großefehn Und ein Gewinn für Großefehn, dass es erhalten bleibt Helmut von Aswege bedeutet es viel, dass Sohn und Schwiegertochter das Anwesen übernommen haben und es restaurieren wollen Für die ganze Familie ist das zur Herzensangelegenheit geworden Hier am Langerak in Mittegroßefehn steht das historische Haus, erbaut 1832 Moin, Herr Pinkert. Moin Herzlich willkommen Schön, dass Sie es so schnell möglich machen konnten Ich hab ‘n paar Fragen Wollen wir reingehen? Ja Daniel Pinkert arbeitet für den Monumentendienst, ist Berater in Sachen Denkmalschutz Das erste Problem sind die Fenster

Das ist, wie man hier sehen kann, ich habe auch eine Zeichnung: Das sind Blockrahmenfenster Können Sie mir da was zu sagen? Die Holzart? Die Holzart muss witterungsbeständig sein Wir wollen ein Holz verwenden, das historisch verwendet wurde Das wird Eiche gewesen sein Deutsche Eiche Genau, die sollte man verwenden, damit sie langfristig was davon haben Wir haben ein barockes Steinformat Die Steine sind relativ flach und sehr lang Das ist gar nicht so einfach, die zu bekommen Die werden heute nicht mehr hergestellt Da müssen wir gucken, dass wir aus dem Rückbau, aus dem historischen Bestand, Steine finden Das Haus war Verwaltungssitz der Fehnkompanie Hier war einmal die Gaststube drin, wo die Leute bewirtet wurden Eine Schlafkammer für die königlichen Kommissare wurde eingerichtet und das Kontor Es gibt nicht viele Menschen, die alte Fehnhäuser restaurieren Die meisten bauen neu in Großefehn Und hier würde ja die Haustür wieder hinkommen Das ist hier in der Ecke Das wird natürlich teurer als wenn sie auf der Wiese einen Neubau hinsetzen Man wird etwas unterstützt Es gibt eine Förderung über das Land Niedersachsen Und man kann die nicht geförderte Summe von der Steuer absetzen Aber das, was übrig bleibt, ist immer noch mehr als ein Neubau Für einen normal Verdienenden, eine Familie mit Eltern, gehört auch Liebe dazu, so was wieder aufzubauen Für die Familie von Aswege ist die Restaurierung eine Herausforderung Sie muss originale Baustoffe finden Auch dieser Mann sorgt dafür, dass ein Markenzeichen der Fehnlandschaft erhalten bleibt Er verdient sogar noch seinen Lebensunterhalt damit Heye Steenblock ist der letzte aktive Müller in Ostfriesland Ab Windstärke drei drehen sich an seiner Mühle die Flügel Ich habe die Bremse gelöst In der Müllersprache nennen wir das den “Fang” Ich schließe jetzt die Jalousien Das ist, als wenn ein Schiff Segel setzt Jetzt kommt die Mühle in Bewegung, fängt an zu drehen Die erste Windmühle wurde hier 1870 erbaut 15 Jahre später brannte sie ab, wurde aber wieder aufgebaut Sie steht im Ortsteil Spetzerfehn Der Vater von Heye Steenblock hat sie Anfang der 60er-Jahre gekauft und renoviert Seit 1970 mahlt sie wieder mit Windkraft Vor Kurzem bekam sie ein neues Reetdach In diesem Bereich wird die horizontale Drehung umgewandelt in eine vertikale Drehung Das ist das Achsrad und das nennen wir den “Bunkler” Das Innenleben hier oben hat sich nie verändert Die Mühle ist voll funktionsfähig – Heimatgeschichte zum Anfassen * Ruhige Gitarrenmusik * Seit 150 Jahren läuft die Mühle wie geschmiert Für die “Kämme” nimmt der Müller Bienenwachs Für den Achskopf muss es etwas anderes sein Früher wurde Rindertalg genommen Aber an Rindertalg kommt man heutzutage schlecht ran Wir haben einiges durchprobiert Ich hab es mit Maschinenfett probiert Wo wir gute Erfahrungen mit gemacht haben, ist Pommes-Fett Wenn es aber im Winter kalt ist, nehme ich Schweineschmalz Die Übersetzung ist 1:4 Wenn sich die Flügel einmal drehen, macht der Mühlstein vier Umdrehungen Die Mühle hat sechs Stockwerke Von unten wird Getreide in Säcken nach oben befördert Dafür benutzt der Müller einen Aufzug,

der mithilfe der Windkraft betrieben wird Verarbeitet werden Roggen, Hafer, Weizen, Gerste und Mais Das wird von den Mühlsteinen auf eine bestimmte Körnungsgröße gemahlen Das Endprodukt ist Tierfutter für Hühner, Kühe, Schweine, Pferde Das ist grob geschrotetes Maismehl Es wird weiter verarbeitet für Legehennenfutter Es soll nicht ganz fein gemahlen sein Ich sag mal, ein Huhn soll es noch picken können Man ist als traditionelle Mühle mit Mühlensteinen bei dem Produkt im Vorteil, weil man die Feinheit einstellen kann In wenigen Tagen bekommt der Müller frisches Getreide Das liefern ihm Bauern aus der Umgebung Im Dorfladen ist heute ein besonderer Tag Heute kommen unsere neuen Auszubildenden Um sieben Uhr werden sie einen neuen Lebensweg beschreiten Darauf freue ich mich Die beiden Azubis sind pünktlich Guten Morgen Guten Morgen, Florian, guten Morgen, Michail Morgen Habt ihr gut hergefunden? (beide) Ja. Das ist schön Wir geben Jugendlichen, die es auf dem Arbeitsmarkt schwer haben, ‘ne Chance Sie bekommen hier mehr Unterstützung wie in einem normalem Betrieb, wo das Personal die Zeit nicht hat, sich so intensiv zu kümmern Da haben wir etwas mehr Kapazitäten, um den Auszubildenden da abzuholen, wo er steht Um ihnen die Möglichkeit zu geben, auch langsam zu lernen und es immer zu wiederholen Das ist im Moment der Frischdienstbereich Dann übergebe ich dich an meine Frau Sie wird dir erklären, was zu tun ist und was nicht, okay? Viel Spaß Wir gehen zum Backstand Wenn Kunden kommen, müssen wir zur Seite gehen Zum Beispiel bei den Eckhoff-Artikeln, das ist vom Schlachter die Ware, da steht das Datum auf der Ware Im Prinzip über dem Strichcode Das gehen wir im Prinzip Stück für Stück durch Das ist die Michail Das ist Frau Reil, das Frau Assing Ich übergebe euch in die Obhut Die Kunden im Dorfladen kennen das Sozialprojekt Es ist ein Gewinn für alle Seiten Die Dorfbewohner haben ihren Laden wieder, auf der anderen Seite profitieren die Jugendlichen Ich habe viele Bewerbungen geschrieben und viele Absagen bekommen Dann bin ich zu Herrn Kuhlmann und der hat mich sofort genommen Ich bin glücklich, hier arbeiten zu dürfen Auch die Mitarbeiterinnen wie Anneliese Assing kümmern sich um die Auszubildenden Sie sind keine Erzieher, aber alle selbst Mütter Es ist familiär. Das ist das Ganze Das sieht man auch bei einigen Die einen versuchen es woanders, aber kommen letztlich doch hierher, weil es ist anders, ganz einfach anders Heute ist es soweit Das Torfschiff “Frauke” will den Kanal verlassen Wir warten auf die Leute der Gemeinde, die die Brücke bedienen Das sind – ich hätte fast gesagt – hoheitliche Aufgaben, weil die Brücke gesperrt werden muss Sind es aber nicht, haben früher Schipper immer selbst gemacht Heutzutage muss da ein Schloss drauf, jeder kann da nicht ran Sonst kommt eines Nachts jemand: “Wollen mal sehen, ob die Brücke noch läuft.”

Und am Tag steht die hoch Jedes Mal, wenn ein Schiff den Kanal verlassen will, rücken die Männer vom Bauhof an Nur sie haben den Schlüssel Vor zehn Jahren gründete sich die Interessengemeinschaft “Frauke” Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Torfschiff zu erhalten Finanziert wird das über Spenden und einen Zuschuss der Gemeinde Unzählige Arbeitsstunden müssen sie jedes Jahr leisten, um alles auf Vordermann zu halten “Frauke” ist eine alte Dame, über 100 Jahre alt (Kapitän) Ja, richtig So haben wir das früher gemacht * Ruhige Gitarrenmusik * * Ruhige Gitarrenmusik * Alles läuft nach Plan Doch dann muss Fritz Ottersberg den Motor stoppen Gibst du mir mal einen Eimer? Wasserlinsen haben das Kühlsystem verstopft Wenn man jetzt nicht aufpasst, würde der Motor heißlaufen Wir pusten das nach außen durch, dass von außen das Ansauggitter nicht verstopft ist Dass das frei wird Hat er verstanden Fritz, willst du starten, ob alles dicht ist? Jetzt geht’s weiter Das ist die “Entengrütze”, das ist bei uns Usus Das gehört dazu in so ‘nem kleinen Kanal, dass das Kühlwasser mal verstopft Jetzt haben sie es bald geschafft Endlich können die Männer mit “Frauke” auf Reisen gehen und sie stolz präsentieren Es ist viel zu tun, viele Kleinigkeiten, um ‘n Schiff so zu restaurieren, dass man sich sehen lassen darf Ich bin ja noch Berufsschiffer und möchte nicht mit ‘nem Schrotthaufen rumfahren Ihr erstes Ziel in diesem Jahr: das Hafenfest in Timmel Auch im Fehntjer Land sind Flüchtlinge eingetroffen Über 100 junge Männer hat das Leinerstift aufgenommen Wollt ihr mal wieder einkaufen? (alle) Ja So, was brauchen wir? Zitronen brauchen wir Da oben? Zwei reichen? Ja Kathrin Ettelt ist angehende Sozialarbeiterin im Leinerstift Sie unterstützt die Jugendlichen Und wir brauchen Gewürze Sie alle haben Probleme mit der deutschen Sprache Deswegen gehen sie zur Schule, um Grundlegendes zu lernen Beim Einkaufen versuche ich, sie mitzunehmen Zu zeigen, was brauchen wir, oder wenn sie was haben möchten Dann nehm ich sie mit und dann gucken wir mal Eigentlich wollte Jann Kuhlmann einige der Flüchtlinge in seinem Laden ein Praktikum machen lassen Das hat bisher nicht geklappt Gescheitert kann man nicht sagen, es ist zu früh Die müssen unsere Sprache lernen Sonst ist die Kommunikation zwischen der Dorfbevölkerung,

die überwiegend Plattdeutsch redet, und dem Ausländischen groß Wenn die einigermaßen Deutsch beherrschen, ist Integration möglich Möchten Sie einen Kassenbon? Ja, bitte Wann gibt es Essen? Das dauert eine Stunde ungefähr Okay, das ist schön, dann komm ich vorbei Herzlich willkommen Tschüss, schönen Tag Sie kommen aus Syrien, aus dem Irak und Somalia Keiner ist älter als 18 und sie sind alleine hier, ohne die Eltern Als sie kamen, sprachen sie kein Wort Deutsch Aber eines konnten sie: kochen Ich habe viel gelernt, auch, wie man richtig Reis kocht Meistens mache ich das nicht so gut wie die, der muss weicher sein und bei mir ist er hart gewesen Die zeigen mir das Die essen auch viele scharfe Sachen Ich habe sonst nie scharfe Sachen gegessen Das ist was ganz Neues * Orientalische Musik * Moin Und, lecker? Ja Da schauen wir mal, was dabei rauskommt Habt ihr zu Hause auch gekocht? (alle) Ja Jetzt kommt der Standardspruch: “Muss die Frau machen.” Aber in Deutschland nicht Selbst isst der Mann Jann Kuhlmann freut sich, nach langer Zeit wieder mal im Leinerstift zu sein Er will Kontakt zu den jungen Männern aufbauen: Um dem einen oder anderen die Möglichkeit zu geben, sich später im Laden vorzustellen Da drin Kartoffeln, Fleisch, Zwiebeln und bisschen Salat Viel viel Scharf oder nicht scharf? Nicht scharf. Perfekt Irgendwann werden die jungen Männer im Laden einkaufen Oder vielleicht eine Ausbildung machen zum Einzelhändler und vielleicht mein Chef werden In der Mühle in Spetzerfehn wird das Getreide angeliefert Landwirt Heiko Hinrichs aus dem Nachbardorf hat das schon gemacht, als der Vater von Heye Steenblock noch lebte * Unverständliches Gespräch * Bisschen noch! Gut! Das ist einmalig in Ostfriesland Dass die so erhalten wird und er die so pflegt, ist sagenhaft Finde ich großartig Schade, sein Vater lebt nicht mehr Der hat sich richtig reingekniet, mit den Touristen, die kommen Der hatte immer ‘nen Spruch auf Lager und hat den Leuten was erzählt Sein Vater, Theo Steenblock, ist 2015 mit 86 Jahren gestorben Das ist eine besondere Erinnerung Mein Vater hält unseren Sohn Simon auf den Arm und rechts neben ihm steht Vera Assing Vera Assing war, wenn ich richtig informiert bin, die einzige Blütenkönigin von Wiesmoor, die aus Spetzerfehn kam Wir als Spetzerfehner waren solidarisch und sagten: Vera muss hier hängen Theo Steenblock war über die Grenzen Ostfrieslands bekannt Zeitschriften und Reiseführer berichteten über den Müller aus Ostfriesland Er war natürlich mein Vater, aber zudem war er mein Lehrherr In gewisser Weise auch mein Vorbild Er war in vielen Bereichen anders wie ich Jeder Mensch ist einzigartig Man sollte nicht versuchen, einen Menschen zu kopieren Man sollte seinen Weg finden, aber ich habe viel vom ihm gelernt Jeden Tag um zehn Uhr gibt es eine Tasse Tee im Hause Steenblock Dafür sorgt Renate Heykes Sie ist die gute Seele im Betrieb, wohnt in der Nachbarschaft

Heyes Mutter Johanne ist auch schon 82 Ich mach dann ‘n bisschen, weil ich körperlich nicht mehr arbeiten kann Wenn Kundschaft kommt, kassieren und so was Mich mit den Leuten unterhalten, das kann ich noch gut Und das ist immer interessant Hallo, willst du noch was? Ja, hätte ich gerne Ich hätte gerne Kälberfutter und einen Sack Hühnerfutter Es sind viele Kleintierhalter, die hier Futter einkaufen Sie schätzen den Service von Heye Steenblock 15,50. 45,50. 45 ist gut Bitte schön. Danke Unterdessen ist die “Frauke” unterwegs zum Hafenfest Auf diesem Weg wurde früher der Torf nach Emden gebracht Die ersten Schiffe hatten Segel oder wurden gezogen Erst später bekamen sie Motoren Zu Hochzeiten, wo der Torf abgefahren wurde auf den Fehnen, sind jede Woche von jedem Fehn 30 Schiffe Torf weggegangen Das mag nur einmal im Jahr geschehen sein – aber 30 Fahrzeuge Nur wenige sind übrig geblieben Eines dieser Schiffe ist die “Frauke” Wo früher offene Laderäume waren, haben es sich die Männer gemütlich gemacht Manchmal sind sie für mehrere Tage unterwegs und schlafen nachts an Bord Ich bin mit meinem Vater auf so einem Schiff gefahren Ich habe hier mein Handwerk gelernt Allerdings kamen nachher Lkw und dann es ging immer weiter zurück Dann haben wir das ’54 wieder aufgegeben * Ruhige Gitarrenmusik * Heute besuchen sie das Hafenfest im Großefehner Ortsteil Timmel Hier wollen sie ihre “Frauke” dem Publikum präsentieren und von der Fehntjer Geschichte erzählen Ja, was sag ich: Mors an’t Poller, heißt das So, das war’s! Frank Schoone ist mit dem Auto gekommen, er hatte keine Zeit mitzufahren Er ist einer der Jüngsten der Besatzung Wir haben ein Nachwuchsproblem Unsere Besatzung Unser Altersdurchschnitt geht stark auf 80 zu Wir haben die letzten zwei Wochen zwei junge Rentner bekommen und sind ständig auf der Suche nach neuen, aktiven Mitgliedern 17 Meter hoch ist der Mast Ein kleiner Motor hilft, ihn aufzustellen Da war früher ‘n Kontergewicht drauf, das so austariert war, dass es fast alleine hoch ging Brauchte man bloß am Fockfall ziehen und dann stand der Mast auf Die nächsten Tage wird die “Frauke” hier liegen Die Besucher können sich das Schiff anschauen Die Männer geben gerne Auskunft Moin. Moin Einmal das Bier! Dann einmal anstoßen, Prost Auf die “Frauke”! Im Haus am Langerak ist die Restaurierung ins Stocken geraten – es fehlen die richtigen Steine Helmut von Aswege unterstützt die Familie seines Sohnes und fährt nach Oldenburg, um historisches Baumaterial zu besorgen Der Charakter und Aufbau der Fehnhäuser wird hier sehr deutlich Es war wie hier ein Vorderhaus und dann die Scheune

in einem Gebäude Von Mittegroßefehn über Ostgroßefehn bis nach Wilhelmsfehn Fast 20 km der Strecke führen am Kanal entlang Hallo. Hallo, Herr von Aswege Da bin ich Wir haben einiges da Schauen wir mal. Wunderbar Das ist ja voll Ja, jede Menge Hier ist ja richtig was los Hoffe mal, dass wir was Passendes finden Das Lager des Monumentendienstes: Alle Teile sind historisch, wurden aus alten Häusern entfernt und für den Denkmalschutz gesichert Manche Leute finden alte Balken toll und sagen: “Daraus möchte ich einen Wohnzimmertisch.” Aber zweckentfremdet darf es nicht werden Es soll authentisch wiederverwendet werden Was aus einem Fehnhaus ist, soll in ein Fehnhaus wieder eingebaut werden Was aus einer Oldenburger Stadtvilla ist, soll wieder in eine rein Ich hab schon öfters gehört, dass es sich lohnt, das mal anzugucken Aber dass es so vielseitig ist, hab ich nicht gedacht Was mich auch begeistert, ist die Qualität dieser Sachen, die ein gewisses Alter haben Das gibt es gar nicht mehr Das ist einfach nur super Das ist noch Handwerkskunst, wo noch Substanz ist Auch mit Liebe Im Mauerwerk sieht man manchmal, wenn da Maurer waren, die richtig schön gemauert haben Da ist Leben in den Mauern Steine gibt es hier genug Jetzt heißt es, die richtige Größe zu finden So, schauen wir mal Bevor Sie die Leiter ansetzen: Können wir diesen Stein mal nachmessen? Natürlich Der sieht schon ganz gut aus Der ist schon fast zu lang Die Höhe ist sehr gut Welche Breite haben wir? 12? Da sind wir schon bei 13 Aber wir schauen mal nach dem Durchschnittswert Dieser ist nur knapp über 12 – 12,2 bis 12,3 Dann haben wir ein paar Muster, die Sie mitnehmen können Vielleicht passen sie ja Dann können die Bauarbeiten im Haus am Langerak endlich weitergehen Als nächstes sollen die Fensteröffnungen gemauert werden Auch der Dachdecker ist bestellt Müller Steenblock hat heute eine Schulklasse zu Gast Dafür ist er immer zu haben Ich hoffe, es hat euch gefallen (Kinder) Ja Dann hab ich noch eine Überraschung für euch Jeder kriegt eine Postkarte (Mädchen) Cool Könnt ihr aufhängen in eurem Zimmer oder an einen Freund verschicken Toll, dass ihr das gemacht habt und dass ihr das Thema Getreide in der Schule habt Es ist wichtig, dass man so was lernt Wir gehen nächste Woche zum Bäcker und schauen, was aus Mehl gemacht wird Jetzt muss es aber weitergehen – eine Lieferung steht an Der Bringdienst gehört zum Service Im Nachbardorf hat ein Landwirt Maismehl bestellt für seine Kühe Heye Steenblock liefert in “Big Bags” zu je 800 Kilo Viele Landwirte füttern inzwischen ihre Kühe damit Eine spezielle Mischung, die in so einer Windmühle gut hergestellt werden kann Heye verkauft viel davon Er hat schon oft gehört, dass die Tiere dadurch mehr Milch geben und seltener krank werden Als kleine Mühle muss man immer sehen: Wo sind Nischenprodukte, wo wir eine Chance haben? Das ist so ein Nischenprodukt, das in den letzten Jahren gekommen ist Es erfüllt einen mit Wohlwollen Man merkt, was man den Landwirten empfohlen hat, was man produziert hat, hat Erfolg Das macht einen schon glücklich Seine Tour führt ihn nach Nordgeorgsfehn Auch hier bestimmen Klappbrücken und Kanäle das Landschaftsbild Ich hab es immer als schön empfunden, am Kanal zu leben Meine Frau kommt auch vom Fehn-Dorf, aus Nordgeorgsfehn,

und ist auch am Kanal aufgewachsen Man ist stolz, dass man Fehntjer Blut in sich hat Ankunft auf dem Hof von Werner Hanken Der Landwirt ist einer seiner Stammkunden Ick hebb din bestellte Maismehl mitbrocht. Ja, wunneboar Die “Frauke” liegt inzwischen im etwas größeren Ems-Jade-Kanal bei Marcardsmoor Von hier aus wollten die Männer eigentlich ihre Segeltour starten Wir hatten gestern schon ein bisschen vorbereitet Gaffel nach oben geholt und wollten das Großsegel anschlagen Dann passte das nicht so richtig mit den Zeisingen Jetzt nehmen wir das runter und da haben wir die Bescherung: Das ist verrottet Da ist der Baum hier am Lümmellager gebrochen Somit können wir kein Großsegel vorheißen Aus der Traum Jetzt muss erst ein neuer Baum her Wir wollen sehen, dass wir noch wieder mal zur Ems kommen Ob es klappt, ist mit einem Fragezeichen versehen Fritz hat schon eine Idee: Bei der Mühle in Großefehn liegt ein weiteres Torfschiff Vielleicht können sie von dort ja den Baum bekommen, wenn er passt Im Dorfladen von Jann Kuhlmann herrscht heute Hochbetrieb Das Geschäft wurde durch die Rettung wieder wie früher zum Treffpunkt der Dorfbevölkerung Auch die beiden Auszubildenden haben sich eingearbeitet Ich bin bestens zufrieden In so einem kleinen Laden lernt man mehr und es ist schön hier, mir macht es Spaß Jann Kuhlmann bereitet sich heute auf die Kleinsten aus dem Kindergarten vor Einmal im Jahr kommen sie zu ihm und singen Das machen die Kinder auf dem Fehn schon seit Generationen Hier ist einer der letzten Läden, wo es noch ist, wie es immer war * Gesang auf Plattdeutsch * Für Jann Kuhlmann ist es wichtig, dass dieser Brauch erhalten bleibt Bitte schön Bitte schön Ich mag das nicht Dann musst du das deinem Bruder geben oder deinem Papa, ne? Die Kinder in Mittegroßefehn wachsen mit dem Laden auf Bald werden sie selbst hier einkaufen Nicht weit entfernt, am Langerak, sind seit einigen Tagen die Dachdecker am Werk Das Haus bekommt ein Reetdach wie vor 200 Jahren Die beiden können runter, dann kannst du noch mal hinlegen und das anlegen bis hierhin Da wird es schon besser, da ist es nicht mehr so schlimm Harm Hoppe ist einer der letzten Reetdachdecker in Ostfriesland Viele dieser Aufträge hat er nicht mehr Der Baustoff ist vielen zu teuer Für diesen Großauftrag hat er Material aus Rumänien geordert Das hier ist ein Stück, wo ich Kunden hinschicken und sagen kann: Guckt euch das an, das haben wir hergestellt Wenn ich meine Webseite mal fertig hab, kommt das auch drauf Aber das dauert noch einen Augenblick So lange bin ich noch nicht selbständig – das dauert noch Die neuen Fensteröffnungen sind inzwischen auch gemauert – sodass der Charakter des Hauses erhalten bleibt Das sind die Steine, die wir vom Monumentendienst bekommen haben

Dat sünd moi Sten, wa? Da haben wir wirklich Glück gehabt Nach geeigneten Steinen haben wir lange gesucht Kannst mir mal zeigen, wo wir die eingemauert haben? Das kannst du fast nicht mehr sehen Teilweise was in den Stützen wahrscheinlich Als nächstes ist die große Haustür dran Aber hier kommen noch die Stufen rein? Hier kommt ein Sandstein, original von früher, ein richtiger Sandsteinblock Hier kommt ein Holzrahmen rein Wie heißt das? Block Blockrahmen! Der Blockrahmen kommt auf diesem Sandsteinsockel zu stehen Einen gelben, oder? Ja Muss ja zum Mauerwerk passen Der geht da unten rein Das ist ein tolles Gefühl Man ist hier aufgewachsen, hat einen hohen Identifikationsgrad mit dem Haus Man freut sich, dass es wieder vorangeht und das Vorderhaus gerettet wird Es ist im Besitz der neunten Generation Wenn man sich das von draußen ansieht, ist das wieder richtig schön Was hat ein Maurer gesagt? “Jetzt kann es wieder 200 Jahre weiterleben.” Bald ist das alte Fehnhaus fertig Dann ist es ein historisches Schmuckstück – hier am Langerak in Mittegroßefehn In der Mühle in Spetzerfehn läuft die Arbeit auf Hochtouren Die Silos sind wieder mit frischem Getreide gefüllt Jetzt wird Tierfutter produziert Oh, hallo Kann ich was für Sie tun? Wollt nur mal gucken Sie dürfen gerne alles anschauen, auch hochgehen Gerade im Sommer kommen viele Radfahrer vorbei Heye Steenblock nimmt sich Zeit und setzt das fort, was seinen Vater beliebt und berühmt machte Hier sehen Sie einen kompletten Mahlgang mit zwei Steinen Einer liegt auf dem Boden und dreht sich nicht Darüber ist der drehbare Stein, der “Läuferstein” Zwischen diesen Steinen wird das Getreide zerrieben, dass es von Korn zu Mehl wird Hier sehen Sie einen ausrangierten Mahlgang Da können Sie die Schärfe erkennen Das sind lauter Furchen und Balken, also Vertiefungen Das, was stehenbleibt, nennen wir Müller “Balken” Jetzt sind Sie auf der Galerie Weil die Mühle im Moment nicht dreht, kommen Sie mit zu den Flügeln Hier sehen Sie den kompletten Flügel Die Flügel haben eine Länge von 22 Metern vom untersten zum obersten Punkt und eine Breite von 2,10 Meter * Ruhige Gitarrenklänge * Es ist so: Ich bin 55 und werde, so lange ich kann, Müller sein Mein Sohn ist 20, er sagt nicht “nie” Aber im Moment lernt er was anderes Und so wird Heye Steenblock zunächst der einzige aktive Müller in Ostfriesland bleiben Wind genug hat er jedenfalls Und den haben heute auch die Männer der “Frauke” Sie haben inzwischen einen neuen Baum Wieder sind nur drei Mann gekommen – so wird das nichts mit dem Segeln Zum Glück kommt jetzt Junior Frank vorbei Nachdem er gehört hat, dass nur wenige da sind, hat er alle Termine über Bord geworfen Sie wollen heute den neuen Baum testen

Wenn früher Holländer hiermit gesegelt haben, haben die Wettfahrten mitgemacht Dann sind zehn befahrene Leute an Bord Jeder ist nicht gleich fit und gleich gut fit Aber jeder kann das Schiff fahren Die kriegen wir hier auf dem Fehn nicht zusammen Es hat sich oben was verhakt Einmal noch ein Stück fieren Das Geschirr hat sich verheddert, da kommt man so nicht ran Hier, mein Freund Komm, du bist der Jüngste, hier steigst du hoch Ich krieg die Beine nicht voreinander, sonst würde ich es machen Versuch es mal Ja, früher kletterten wir so was hoch Das Sprichwort heißt ja: “Jeder Seemann ein Artist und zwei ein ganzer Zirkus.” Wie weit bist du, Frank? Einen halben Meter noch Das wäre geschafft Jetzt fehlt noch die Fock Insgesamt 86 Quadratmeter groß sind die Segel zusammen Heute wollen sie einmal alle setzen Höher! Leinen los! Nee, noch nicht Fritz, warte eben So. Los! Jo, dor geit henn Endlich! So lange haben sie auf diesen Moment gewartet Ja, so ist dat Wind int Seils un Skumm vört Streben, dat ist lachen, dat is Leben Für Fritz Ottersberg geht ein Wunsch in Erfüllung Das erste Mal seit vier Jahren fährt die “Frauke” wieder unter Segeln Copyright Untertitel: NDR 2017