Dänische Ostsee | WDR Reisen

Urlaub in Dänemark, das sind die Steilfelsen von Møn und eine intakte Natur, das sind riesige Schlösser und Abenteuer mit dem Rad und auf dem Tivoli in Kopenhagen Wir entdecken Dänemarks Hauptstadt, hyper modern, traditionell und jung zugleich Am Strand oder in der Eisenzeit, auch so kann man in Dänemark Urlaub machen Die dänische Ostsee zwischen Møn und Kopenhagen, wir entdecken die besonders schönen Ecken und den Kontrast zwischen Großstadt, Natur und Dorfidyll Meine erste Herausforderung: Stand Up Paddling. Ich bin zwar kein Anfänger, aber ob das mal gut geht! Immerhin – kein Wind und keine hohen Wellen Wir sind heute auf der dänischen Insel Seeland unterwegs Das Wetter ist mal so mal so, skandinavisch halt, aber es gibt eine Menge zu entdecken, versprochen! Herzlich willkommen bei Wunderschön! aus Dänemark Die Insel Seeland ist die größte dänische Insel. Als erstes besuchen wir Karrebæksminde, ein kleines Fischerörtchen an der Südwestküste Wegen seines weitläufigen Sandstrandes ein beliebter Ort auch gerade für Familien mit kleinen Kindern Ein Ort am Wasser. Allerdings: Nachtleben – hier ziemlich Fehlanzeige Ich bin hier in einem kleinen Fischerort in der Karrebæksmindebucht, das ist ein sehr, sehr beliebter Badeort, auch bei vielen Dänen, und da hinten wartet schon Carl-Johan auf mich, der kommt aus diesem Ort, und er wird mir zeigen, was man hier alles entdecken kann – auf dem Segway. Ich freu mich! Carl-Johan! Hallo! Ich bin Stefan – ich bin Carl-Johan. Ihr Dänen seid alle so groß! Segway fahren. Auch das hab ich vor Jahren schon mal gemacht. Mal gucken, wie es heute klappt Okay! Das funktioniert auch ganz gut Die meisten Karrebæksminder arbeiten in den nahen Großstädten Die Familie Martens verdient ihr Geld noch hier im Dorf Ich hab gehört , ihr habt eine Fischräucherei Auf der anderen Seite. Drüben? Können wir da hin fahren? Das werden wir machen Die Räucherei liegt direkt am Kanal. Carl-Johans Vorfahren kamen vor fünf Generationen aus Deutschland hierher, und manch alter Dorfbewohner nennt sie immer noch spaßeshalber: die Deutschen. So lang kann Integration dauern So, guck mal, das ist unsere Räucherei Was hast du für Fische? Hier haben wir Aale, wir haben Lachs, Hering und Makrelen Wie räuchert ihr die? Wie bereitet ihr die zu, was muss man dafür machen? Wir haben diese Räucherkammer da, und die Fische werden mit Holz geräuchert Das ist ein sehr altes Rezept, wir haben mehr als 100 Jahre gemacht 100 Jahre Tradition in der Fischverarbeitung Was hier aus der Räucherkammer kommt, sind für Fischgourmets kleine Delikatessen Lauft ihr? Räucherei, probieren zwei! Stefan? Carl-Johan! Guck mal, ich habe hier einen Aal mitgebracht Ich hab mich immer gefragt: wie isst man den? Ja, guck mal hier. Nimmt man am Schwanz hier, so, ups. So wie ein Reißverschluss Dann die andere Seite so. Da sind noch Gräten drin, oder? Das werd ich dir sagen. Einfach abmachen? Ganz runter? Ja, ganz runter Das geht ganz leicht! Kommt das durch das Räuchern, dass das so leicht geht? Ja. Ja, wenn es gut geräuchert ist, dann ist es leicht Hier gibts die Gräten drin. Und dann isst du so. Ah, einfach von der anderen Seite

Ja, das geht! Man merkt beim Draufbeißen, wo die Gräten sind Lecker. Richtig, richtig, richtig gut Carl-Johan: vielen vielen Dank! Hallo! Kommen Sie ruhig rein! Das ist unser Ferienhaus Alles da, große Küche, schön hell ist die Ich räume gerade noch ein bisschen… ein bisschen was weg Wir sind hier schon voll am Vorbereiten. Seid ihr fertig? Ralf, hast du irgendeine Idee, wo es hingeht heute? Was? Moment, so schnell geht’s nicht Kopenhagen wär ganz schön, find ich Kopenhagen, find ich ne gute idee Jetzt geht es nach Kopenhagen Dann auf in die Hauptstadt Zwischen 700 und 2.000 Euro pro Woche bezahlt man übrigens für so ein Ferienhaus Je nach Saison und Ausstattung Einen Badestrand gibt es bei unserer Feriensiedlung nicht Zum Schwimmen gelangt man von Stegen ins Wasser. Dafür aber ist unser Häuschen ideal gelegen Nach Kopenhagen brauchen wir mit dem Auto etwa 45 Minuten Und los geht’s in die internationalste Stadt des Landes Eine Mischung aus, Hafen, Geschichte, Moderne und Prunk Kaum eine andere europäische Metropole bietet so viel Lebensqualität wie die dänische Hauptstadt Vorausgesetzt, man hat Glück mit dem Wetter So, jetzt haben wir die berühmte Fahrradbrücke in Kopenhagen Wieso berühmt? Schöne Architektur, und wir fahren zum Hafen Und was ist das für eine Gegend hier? Das ist der moderne Stadtteil von Kopenhagen, es ist gebaut in den letzten 15 Jahren Früher war es nur ein großer Fischmarkt und Hafen hier, Toll, und heute haben die… stehen die Häuser halt direkt am Wasser, das ist doch super Wie ist das eigentlich, mit dem Fahrrad durch Kopenhagen, es gibt ja echt sehr sehr viele Fahrradfahrer bei euch, ist es dann auch gefährlich? Nein, es ist sicher, aber am Morgen ein bisschen wie Autobahn, aber normalerweise sehr sicher Zum Berufsverkehr ist voll? Ja ja genau, Stau! Stau auf dem Fahrrad! Und weiter geht’s durch Kopenhagens Architektur-Abenteuer Die neue Bibliothek nennen die Hauptstädter liebevoll den schwarzen Diamanten 1999 eingeweiht, die Fassade aus poliertem Granit Die Stadt ist ein Magnet für Menschen aus aller Welt Vor allem junge Dänen zieht es in die Hauptstadt, denn hier gibt es die meisten Arbeitsplätze und das abwechslungsreichste Leben im ganzen Land Nach so viel Fahrrad ist es Zeit, etwas zu essen und Christian hat da schon eine Idee Gleich im Zentrum der Hauptstadt, beliebt vor allem bei den hippen Kopenhagenern Die angesagteste Fressmeile der Stadt lädt zum Probieren ein Eine riesige Halle mit der Aufschrift Papieröen Es riecht orientalisch und dänisch deftig zugleich Überall kleine Stände, in denen es irgendwas zu essen gibt oder halt zu trinken Copenhagens Streetfood come on! Kopenhagens Streedfood-Halle Papieroen ist eine Art alternativer Gourmettempel mit Gerichten aus aller Herren Länder Ich liebe ja indisches Essen

deswegen hab ich mir jetzt hier was Indisches gekauft Samosa Demnächst übrigens wird die Halle abgerissen, aber nicht weit von hier öffnet der Essmarkt neu, hoffentlich genauso gut Vom modernen geht’s jetzt zum alten Kopenhagen So, hier haben wir das Schloss von der Königin Und ein schöner großer Platz hier Wir nennen die dänische Königin “Königin Margret”, aber in Dänemark klingt das so schön Margrete… und Prinz Henrik. Genau, richtig Hier haben wir den Wachwechsel, jeden Tag um 12 Uhr Der Wachwechsel vor dem Schloss Amalienburg ist – na ja – FAST so bekannt wie der vom Buckingham Palast in London und mindestens so pittoresk Christian schickt uns danach nach Christiania Stefan. Nice to meet you. Schönes Wetter! Jetzt ist schönes Wetter Willkommen in Christiania. Ja vielen Dank Wo gehen wir lang, in die Richtung, oder da? Nein ich glaube dieser rechte. Okay Das Stadtviertel Christiania wurde 1971 von Hippies und Aussteigern gegründet Ein besetztes Militärgelände, auf dem bis heute das alternative Leben Kopenhagens blüht Jeder verwirklicht sich in Christiania so gut er kann und will Christiania, das ist beste Kopenhagener Lage Die Stadtplaner würden hier seit langem am liebsten alles einreißen, und den Behörden sind die Alternativen nach wie vor ein Dorn im Auge Wo Haschisch verkauft wird, dürfen wir nicht drehen Die Themen Drogen und Kriminalität bleiben vor der Kamera tabu, fast jedenfalls Und was macht ihr, wenn jemand die Regeln verletzt, gibt es Polizei hier? Wenn jemand zu sehr die Regeln verletzt, laden wir ihn zu einem Treffen ein Das kann ein Treffen im Haus sein, wo Leute leben, wenn es eben das Leben im Haus angeht, wenn jemand zu laut schreit, dann wird das da geregelt und entschieden Drogen und Kriminalität auf der einen Seite und fast bürgerliche Existenzen auf der anderen Idylle mit viel Phantasie und noch mehr guten Ideen, das vor allem macht den Charme Christianias aus Schon seit Jahren ist der selbst ernannte Freistaat ein Tourismusmagnet erster Güte Es werden regelmäßig Führungen angeboten Die Besucher interessiert, wie das bunte Leben in der Selbstverwaltung funktioniert Christian hat auf mich gewartet und will mir noch den Touristen-Hotspot der Stadt zeigen Es geht durch Kopenhagens Altstadt Was machen wir hier, Christian? Warten Warum? Auf die Brücke! So, jetzt will ich dir Nyhavn zeigen Was heißt Nyhavn? Nyhavn ist eigentlich der alte Hafen aber Nyhavn meint den neuen Hafen Was ist hier los? Diese bunten Häuser und diese vielen Menschen ist hier immer so viel Remmidemmi? Immer. Immer so viel, ja

Hier kann man auch ein Boot nehmen Das ist eine gute Idee! Nach der Fahrradtour mit dem Boot. Genau Mir hat’s Spaß gemacht Du hast das super gemacht, mir tolle Ecken in Kopenhagen gezeigt, vielen Dank dafür, Christian! Tak! Und wir fahren weiter mit dem Boot Kopenhagen aus der Wasserperspektive. Das ist garantiert bequem und vollkommen muskelkaterfrei Es ist eine 60-Minuten Übersicht über das, was die Stadt zu bieten hat Im Hafen liegt die königliche Jacht Dannebrog von 1932 Und da ist die berühmte Meerjungfrau Hier die alten Speicher und dort die moderne Oper Tradition und Moderne, in kaum einer Stadt ist dieser Kontrast so konsequent miteinander verbunden wie hier Ich bin unterwegs zu diesem Bootsanleger. Miljökajakken steht auf dem Boot, was es damit auf sich hat, will ich mir erklären lassen Ich habe gehört, dass man hier ein Kajak mieten kann, ohne dafür zu bezahlen. Stimmt das? Das stimmt! Das wird auf Dänisch Miljökajakken genannt! In Englisch, das grüne Kajak! Und was bedeutet das, grünes Kajak? Also die Idee ist, du kannst es umsonst benutzen ABER! Du musst Müll aus den Kanälen sammeln Ah, okay… Also ein Umweltkajak? Ich muss nichts dafür bezahlen? Du musst nicht dafür bezahlen. Du unterschreibst nur unsern kleinen Vertrag, dass du Müll sammeln wirst und Fotos machst und die auf den sozialen Medien teilst! Gute Idee! um die Idee zu verbreiten Dann mal los! Während wir das Kajak vorbereiten, relaxen die Kopenhagener in der Sonne Hier kann man Boote mieten und Cocktails trinken. Auch so ein Insider-Tipp Schon nach ein paar Minuten zeigt sich: Die Idee hat was Müll findet sich überall und mit Tobias als Müllkapitän kann ich mich auf meinen Sammeljob konzentrieren Es geht vorbei an der alten Börse, Müll sammeln und Sightseeing Also, die Idee ist, Leute zu haben, die halt jeden Tag den Müll aus den Kanälen sammeln Und wer kommt hierher? Wir haben eine Menge Leute aus der Stadt, von Kopenhagen! Das Müllkajak ist also nicht in erster Linie für die Touristen gedacht, aber natürlich sind die auch willkommen! Die Idee mit dem Umweltkajak hat in den Medien weltweit Wellen geschlagen Es ist sicher ein guter PR-Gag für die Bootsverleiher, aber es ist auch ein guter Beitrag für aktiven Umweltschutz Das alles haben wir jetzt gefunden! Nicht schlecht. Den Kanal wieder in bisschen sauberer gemacht Am späten Nachmittag geht’s zu einer Kopenhagener Institution So, jetzt geht es in den Tivoli! Seit 1843, also seit mehr als 170 Jahren, gibt es an dieser Stelle einen Vergnügungspark, er ist der älteste der Welt. Und die Kopenhagener sind stolz auf ihn Und ich gönne mir einen Klassiker

Danke! Das alte Riesenrad, das würde mich ja nochmal reizen Das Schlimmste am Riesenrad ist ja immer, wenn man über die Hälfte darüber ist und dann so ganz oben… oh! Attraktionen für Menschen mit starken Nerven und die ganz gemütlichen Klassiker, mit dieser Mischung schafft der Tivoli den Spagat zwischen Tradition und heute Es ist spät geworden, Zeit für einen Absacker am alten Schlachthof etwas weg vom Trubel des Zentrums Hier sind die Preise etwas moderater als in den touristischen Hotspots der Stadt Was mir gleich auffällt: Die Bedienung ist einfach einen Tacken freundlicher als direkt im Zentrum, und die Pizza hier soll richtig gut sein Also, das ist wirklich ein Geheimtipp, den hab ich ja vom Christian, mit dem ich heute Fahrrad gefahren bin Auf den ersten Blick, wenn du hierher kommst, ist es überhaupt nicht einladend Aber wenn man eine Weile hier ist, dann hat das total Charme, hier kann man also essen und trinken, und hier ist wirklich der Hotspot der Kopenhagener, also hier trifft man ganz ganz ganz wenig Touristen. Wenn überhaupt Ich bin mal sehr gespannt, was uns morgen erwartet Und dann wäre da noch “Kopenhagen by night”, aber das ist eine andere Geschichte Also das war gestern echt schon ne Strecke, durch Kopenhagen mit dem Fahrrad Mir tut auch ordentlich der Hintern… nein, Spaß. Ich nehm das Fahrrad trotzdem heute mit, man weiß nie Vielleicht erwischen wir ja noch eine schöne Strecke Ich nehm’s mal mit Die letzten Handgriffe, Roman hat das Equipment schon verstaut, und es geht los Neuer Tag und neue Entdeckungen auf der größten dänischen Insel Es geht heute nach Sagnlandet Lejre, und schon die Fahrt durch Seelands Zentrum lohnt sich Ich hab mich doch wieder aufs Fahrrad gesetzt So erlebt man die Landschaft einfach intensiver als aus dem Auto Auf meinem Weg sehe ich immer wieder kleine Seen, an denen Menschen baden. Mir wär das heute zu kalt Und das ist mein Ziel: Ein großes archäologisches Freilichtmuseum mit ganz besonderen Ideen Hier im Freilichtmuseum kann man einen guten Eindruck bekommen, wie die Leute in der Eisenzeit wohl wirklich gelebt haben Tanja, was hat es mit den Booten auf sich? Das sind unsere Einbaum-Kanus Das sind mehr oder weniger Kopien von Steinzeit-Booten Die Menschen hier haben sie schon vor mehr als 10.000 Jahren benutzt und an anderen Plätzen der Welt sogar schon länger! Das ist eine sehr alte Technik Die echten waren sehr lang, bis zu sechs Meter, und sehr schmal Sie konnten sich und manchmal auch Tiere transportieren, und hatten sogar manchmal eine kleine Feuerstelle am Ende des Bootes Man hat da Sand oder Ton hin getan und dann das Feuer darauf gemacht Unsere sind nicht so lang und sie sind ein wenig breiter, weil auch manche von uns ein wenig breiter sind Und wir können die mal ausprobieren? Klar können wir die ausprobieren! Okay. Ah, ich darf nach hinten gehen, ist das nicht super? Und sie hat mir gerade erklärt, auf gar keinen Fall gerade hinstellen, sondern möglichst klein machen sozusagen Es ist total wackelig Lass uns nach Kopenhagen fahren, aber ich glaube das ist sehr weit!

Zelte wie die Wikinger sie benutzt haben und essen, wie die Menschen schon vor 2.000 Jahren gegessen haben Oft kommen Schulklassen in das archäologische Museum um zu lernen, mit welch einfachen Mitteln ihre Vorfahren das Leben gemeistert haben Über die Vergangenheit nachdenken und so die Gegenwart besser verstehen Das ist das pädagogische Konzept Was ist denn die Idee des Museums, das wird doch hier alles nicht nur aus Spaß gemacht oder? Nicht nur zum Vergnügen, aber auch zum Vergnügen. Ich sage, dass wir mehrere Ziele haben Vergnügen, Familien, Erziehung und es ist auch Forschung Wir machen hier experimentelle Archäologie! Und wo ist diese Eisenzeit Siedlung? Die ist genau hier hinter dem Hügel. Wir haben da auch Familien, die dort während der Sommerzeit leben, für eine Woche zum Beispiel Und mal am eigenen Leib spüren wollen, wie man in der Eisenzeit gelebt hat Wir dürfen der Familie Rosengard zuschauen, wie sie ihre Ferienwoche in der Eisenzeit verbringt Zwei Töchter und ihre Eltern leben in einem Haus, wie es vor etwa 2.000 Jahren schon existierte Ein dunkler Ort ohne Fenster, und das Mehl wird mühsam mit der Hand gemahlen Nichts kommt hier aus dem Supermarktregal Alles kostet Arbeit und Schweiß, auch das Feuer machen – mit Eisen und Feuerstein Der Rauch zieht nur mühsam ab. Nach ein paar Minuten riecht hier jeder wie ein geräucherter Fisch Leben in und mit der Natur, das lernen die Kinder hier erstaunlich schnell Das Einbaumpaddeln klappte schon nach wenigen Minuten, und die Einbäume würden sie sicher gerne mit nach Hause nehmen, Paddel statt iPad Das selbst gebackene Brot schmeckt besser als vom Bäcker Aber was ist mit dem Fisch, mit dem Gemüse und den anderen Lebensmitteln? Wir leben hier für eine Woche. Sie stellen uns das Essen, das man auch in der Eisenzeit gehabt haben könnte Zu trinken gibt es lediglich Wasser, das muss reichen Das sind unsere Ferien. Wir leben hier wie gesagt für eine Woche und versuchen zu leben, wie vor 2.000 Jahren und es ist SEHR schön! Für uns ist das ein sehr schöner Weg zu entspannen und auch unseren Kindern eine Erfahrung zu geben wie sie nicht in Geschichtsbüchern steht: Wie war das damals Heute hast du all die elektronischen Geräte und all das Es fühlt sich an, als ob man zu den Wurzeln zurückkehre Barfuß laufen und die einzige Sorge ist, ob du genug Essen für den Tag hast, das fühlt sich so heilend an! Wir sind zurück in der schnöden Jetztzeit Es geht auf die Insel Møn, etwa 100 Kilometer von unserem Ferienhaus entfernt Das Wetter an der Brücke von Møn verspricht nichts Gutes, aber schon wenig später reißt der Himmel plötzlich auf Die Insel Møn liegt am Südzipfel der Insel Seeland und soll noch schöner und noch idyllischer sein. Ich bin gespannt Mein Ziel ist weltbekannt. Es sind die imposanten Kreidefelsen von Møn Die Unesco hat die gesamte Insel als Biosphärenreservat anerkannt Nicht weit von den Klippen wurde das Geocenter errichtet, ein moderner Betonbau, mit vielen Informationen über die Entstehung der Erde und ihrer Lebewesen

Entschuldigung! Bist du Niels Peter? Ich bin Niels Peter Schön, dass du Zeit hast für uns Niels Peter, total beneidenswert, lebt hier auf Møn, kennt sich hier aus, vor allem kennt er die weltberühmten Klippen von Møn Er ist Vogelexperte und interessiert sich vor allem für einen sehr, sehr seltenen Vogel, der hier brütet, und das wollen wir uns mal angucken. Wo geht’s lang? Ich folge unauffällig! Die Klippe will erklommen werden. 100 Holzstufen und ein Weg durch den Wald führen uns zu dem wohl größten Naturspektakel Dänemarks Niels hat immer sein Fernglas griffbereit, es könnte ja ein seltener Vogel zu sehen sein Das ist beeindruckend oder? Diese Weite und Höhe? Knapp 130 Meter fällt der Kreidefelsen bis zur Ostsee hinab Der Kalkstein ist äußerst fragil, immer wieder lösen sich schwere Felsbrocken und stürzen in die Tiefe Niels entdeckt seinen Lieblingsvogel erst auf den zweiten Blick! Ein Wanderfalke Man muss viel Geduld und etwas Glück haben um sie zu sehen und zu filmen Mikroskopisch kleine Algen haben vor 70 Millionen Jahren mit ihren Kalkschalen dieses Naturschauspiel erschaffen Wind und Wetter waren die Bildhauer dieser überdimensionalen Skulptur Sag mal ich habe irgendwann gelesen, es gab eine Zeit, da waren die Wanderfalken hier komplett weg, also hier sozusagen ausgestorben. Ja. Hier an dieser Stelle – warum? Die Umwelt… die Pestizide, die Gifte haben die Wanderfalken getötet oder ihre Eier waren nicht fruchtbar… Durch die Gifte? und die Schalen, die Eierschalen waren ganz dünn und dann sind die gebrochen Niels Peter ist fast jeden Tag mit dem Fernglas unterwegs Er kennt die Vogelwelt Møns besser als jeder andere Und er berät die Behörden in Sachen Vogelschutz Die weitläufigen Strände der Insel, sind ein wichtiges Biotop für viele Seevogelarten Beobachten, zählen, notieren. Diese Arbeit gibt wichtige Hinweise, wie sich die Vogelpopulationen auf Møn entwickeln Vögel haben nur wenige Anwälte, sagt Niels Peter Tourismus und Landwirtschaft bedrohen die letzten Refugien selten gewordener Arten Profit zählt oft mehr als Tierschutz, auf Møn ist das anders Und plötzlich sieht Niels Peter einen gefiederten Gast, der zum Glück wieder öfter hier anzutreffen ist, der Seeadler Auch zu Hause beschäftigt sich Nils-Peter mit Vögeln Seine Aquarelle sind mittlerweile begehrte Kunstobjekte. Der Wanderfalke gehört zu seinen Lieblingsmotiven Das ist mein Naturtagebuch. Zeig mal, oh, das ist ja toll! Niels Peter, ein schönes Buch, ganz toll! Du kannst toll zeichnen! Beneidenswert! Danke. Bitteschön. Und ich danke dir herzlich für die Zeit, die du hattest Und ich wünsche dir für die Arbeit weiterhin toi toi toi. Danke! Die Insel Møn ist mehr als ein Vogelparadies Ihre weitläufigen Strände ziehen vor allem Urlauber aus Dänemark selbst und auch aus Deutschland an

Radfahren und campen, das machen hier viele. Und ich schau mir mal einen Campingplatz an Es gibt viel Grün und viel Platz und am Abend wird oft der Grill angeworfen Ihr seid aus Deutschland? Richtig! BRA – Brandenburg? Nein, Brake. Brake! Siehste, das kannte ich noch nicht Zum ersten Mal in Dänemark? Zum zweiten Mal. Und warum? Warum Dänemark? Fahrradfahren. Wir haben das Fahrradfahren entdeckt. Und wo seid ihr hier überall rumgefahren? Wir haben also Møn, wie spricht man das richtig aus? Møn! Haben wir alles glaub ich abgefahren Habe ich auch gemacht, ist toll oder? Bisschen hügelig, fand ich E-Bikes Ihr habt nicht wirklich E-Bikes? Da hinten drauf? Mitgebracht? Ich finde Dänemark schön, aber teuer, oder? Wie ist das, wenn man Camping macht? Macht ihr deswegen Camping, weil’s doch ziemlich teuer ist? Wir haben selber eingekauft, der Grill, ja und dann ist das günstig. Klasse Und auch die Platzgebühren sind bezahlbar. Etwa 20 Euro zahlt man hier pro Person Die Preise variieren allerdings stark, je nach Platz Dafür bekommt man auf Møn eins gratis, nämlich jede Menge Natur Am nächsten Tag geht es tatsächlich zu einem der bekanntesten Königsschlösser ganz Dänemarks Oberhalb von Kopenhagen liegt Schloss Frederiksborg, das fast alle Reiseführer als unbedingtes “Muss” empfehlen Als nächstes besuchen wir das berühmte Schloss Frederiksborg Es ist das größte Renaissance-Schloss Skandinaviens, auch genannt: Versailles des Nordens Immens groß und prunkvoll, so mein erster Eindruck vom Schloss der dänischen Könige Und so war es wohl auch von seinem Erbauer geplant. Das Schloss als Symbol für Macht, Reichtum und Erfolg König Christian der Vierte ließ Frederiksborg vor etwa 400 Jahren errichten Vor dem Schloss wartet Emilie Tønnesen auf mich Die Historikerin kennt Frederiksborg wie kaum jemand sonst Das imposante Schloss ist ein Magnet für Touristen aus aller Welt, vor allem Besucher aus Asien zieht es hierher Emilie hat für mich eine Tour zwischen den Touristenströmen organisiert Diese Räume zeigen das 19. Jahrhundert Wir gehen hier im Schloss eigentlich durch die dänische Geschichte! Das Schloss ist zum Museum für Nationale Geschichte geworden Jeder Trakt beschäftigt sich mit einer anderen Epoche Dänemarks Und gleich zu Anfang geht es in den wohl beeindruckendsten Teil des königlichen Anwesens, die alte Schlosskirche mit ihren prunkvollen Verzierungen Das dänische Königshaus verpflichtete Künstler aus ganz Europa, um dieses Werk zu schaffen

Hier sollte ein würdiger und repräsentativer Raum entstehen, denn lange wurden in der Kapelle die Könige Dänemarks gesalbt Es geht noch ein bisschen prunkvoller, Emilie zeigt mir den größten Saal des Schlosses Als die Könige hier lebten wurde der Saal hier für große Parties gebraucht. Er wird Ballsaal genannt! Hier ist auch vieles vergoldet! Und hier wurden auch eine Menge Dinnerpartys veranstaltet Da haben sie bis zu 30 Gänge gegessen, sie waren also schon sehr satt danach! Und sie haben eine Menge Wein getrunken. Also, diese Halle hat eine Menge gesehen! Es ist unglaublich, wenn du durch die Fenster guckst, dann siehst du diesen großen, schönen Garten! Der Barockgarten von Schloss Frederiksborg Das Monogramm der Königin findet sich in den Buchsbaumhecken Und ab und an kommt die königliche Familie tatsächlich hierher 1996 wurde der Garten nach 300 Jahre alten Originalzeichnungen rekonstruiert Der Schlossgarten ist als romantischer Landschaftsgarten angelegt und für jedermann geöffnet Für die Kopenhagener sind die Schlossgärten von Schloss Frederiksborg ein beliebtes Ausflugsziel Nur etwa 20 Kilometer von Schloss Frederiksborg entfernt, und wir kommen zum wohl berühmtesten Museum für zeitgenössische Kunst in ganz Dänemark Gegründet wurde das Louisiana Museum of Modern Art 1958 Es liegt am Ufer des Öresund, eine halbe Autostunde von Kopenhagen entfernt Hier hängen die Werke der wichtigsten zeitgenössischen Künstler Von der Popart bis zur Fotografie Eine großzügige Architektur, Installationen und Experimente, das Louisiana Museum ist offen für Kunst, die Grenzen überschreitet Kunst bringt Menschen ins Gespräch, selbst wenn sie uns mitunter die Sprache verschlägt, das ist hier das Ziel Picasso war einer der Urväter provozierender Kunst Das Louisiana verbindet nicht nur die Kunst, sondern auch die Räume Lousianas Park mit den bekannten Plastiken Henry Moores Das Museum will auch ein Ort sein in dem Natur, Mensch und Kunst zusammen wachsen Das ist ein liberaler Platz, das ist ein freier Platz Weil du nichts über Kunstgeschichte wissen musst, wenn du hierher kommst! Du triffst Kunst und das ist eine schwierige Übung, eine wirklich ganz andere Übung du machst das mit spazierengehen, denken, genießen, was zu essen haben und du lässt dich langsam fallen, um vor allem deine persönliche Beziehung zu Kunst zu bekommen. Und deshalb sieht das Museum genauso aus Da gibt es keinen festgelegten Weg den du laufen musst, um nacheinander alles zu verstehen! Im Lousiana wird Kunst auch als Genuss begriffen und jeder darf halt was anderes mögen Und? Wo geht Ihre nächste Reise hin? Schreiben Sie es gerne mal in die Kommentare und für noch mehr Inspiration einfach unseren Reisekanal abonnieren, aber wichtig: die Glocke betätigen, denn sonst bekommen sie keine Nachrichten, wenn wir neue Videos posten Danke fürs Zuschauen!