Reisen mit Sehbehinderung – Unterwegs in Berlin, Jerusalem und Athen | Leben mit Handicap | SRF DOK

Sind wir schon beim Check-in? – Noch nicht ganz, aber auf dem Weg (Audiodeskription) Eine Mitarbeiterin führt zwei junge Männer zum Check-in Beide haben einen weissen Stock bei sich Du hast auch einen weissen Stock? Ich dachte, der sei vielleicht blau Im Flugzeug Von mir aus müssen wir sie heute nicht brauchen Einer der Männer zieht eine Rettungsweste über “Einer der Männer”, waren wir da schon Mann genug? Schon der erste schlechte Witz von Yves.- Ja Blick aus dem Fenster: Das Flugzeug fliegt über weisse, watteartige Wolken, später über eine Stadt am Meer Jonas, der Schlankere, trägt seine kurzen Haare in einem gestylten Seitenscheitel Oh * Er pfeift. * (Beide) Gestylter Seitenscheitel Seither weisst du, was für eine Frisur du hast Ich heisse Jonas, ich bin 26 und arbeite als Sachbearbeiter beim Eidg. Hochschulinstitut für Berufsbildung Seit meinem sechsten Lebensjahr sehe ich nichts mehr Weil ich früher einmal gesehen habe, erinnere ich mich gut an Farben Yves, der Stämmigere. Er hat ge- scheitelte, hellbraune, kurze Haare Was? Das hat mich damals schockiert Ich heisse Yves, bin 31 und komme aus dem Kanton Fribourg Von Beruf bin ich Radiomacher Schon seit meiner Geburt sehe ich 2 % Ein weisser Stock folgt einer Leitlinie Wir haben beim Fernsehen die Sendung vorgeschlagen, weil wir v.a dank zwei Dingen reisen können Dank der Technik und den Begegnun- gen – Menschen, die uns helfen Wir wollten unbedingt zeigen, wie wichtig es ist, einander zu helfen, etwas zu zeigen, miteinander zu sprechen Durch Begegnungen kann man Grosses entstehen lassen Ein jüdischer Mann im Gespräch mit Yves und Jonas (Lachend) Das finde ich super Wir werden auf Reisen oft damit konfrontiert, warum wir als Blinde oder Sehbehinderte überhaupt reisen Die Leute denken, wir hätten nichts davon Dabei können wir die Stadt auch erleben Über Gerüche, über Leute, die wir kennenlernen Dank der anderen Sinne und der Begegnungen habe ich oft das Gefühl, dass wir beim Reisen beinahe mehr sehen als Sehende Jonas und Yves berühren eine farbige Mauer Die beiden Freunde stehen neben- einander und schauen in die Kamera In weisser Schrift: “Blindflug”, ein SRF-DOK-Film MIT TELETEXT-UNTERTITELUNG * Verspielte Akkordeonmusik * Das Ziel ist noch 50 m entfernt Schöne Musik, was? – Ja Die habe ich für dich organisiert – Danke (Yves imitiert Bachelor Vujo) Ich liess es mir für dich einfallen Sucht ihr etwas? – Ja, das Tourismusbüro Das ist geradeaus und dann links Ist es noch weit? – Nein, es ist gleich nebenan Das war jetzt eine präzise Angabe Das war wirklich Ah, “das Ziel befindet sich auf Ihrer linken Seite”, es vibriert, man sieht eine Türe * Er seufzt erleichtert. * Achtung. Moment Du musst noch etwas weiter – Ah, ja. Wo denn? Ach, hier Vielen Dank Ist hier die Touristeninformation? Ihr wollt da hin? Dann müsst ihr die Treppe hoch Ich helfe euch Super – Venez Merci beaucoup Ich habe einfach nach einer Türe gesucht und die einer Telefonkabine gefunden Es ist wirklich oft die Alltagskomik die einfach passiert Das geschieht oft, wenn wir unterwegs sind Das ist nicht so geplant Es gibt so viele Überraschungen Es passiert so vieles, das man nicht steuern kann Kopfhörer Geht es so? Was nehmen wir? Jerusalem? Berlin? Wollen wir Nehmen wir Athen? – Ich höre gar nichts Nicht? Können wir beginnen? – Ja, sicher Okay, gut, es geht los. Achtung Hier ist Ihr Zimmer Und das ist Ihre Karte – Thank you Das ist der Schlitz für die Karte In welchen Schlitz? – Hier Take it. We put it here

Ah, for the Das ist für den Strom Da, von links – Ah Stecken Sie die Karte rein Aha, like this Warten Sie kurz – und dann öffnet sich die Türe Ah Hier ist das Badezimmer – Okay Kann ich den Rucksack hier ablegen? – Ja, natürlich Thank you very much Geradeaus geht es zum Badezimmer und zur Toilette Aha, ja, diese hier Gläser Wasser, Löffel Früchte Hier ist der Kaffee Ah, yes Wenn Sie Hilfe brauchen, fragen Sie einfach.- Okay Athen reizte mich, weil sowohl Jonas als auch ich, das Weltgeschehen sehr verfolgen Die Nachrichten im Fernsehen können wir nicht sehen, darum haben wir auch nicht gesehen, wie es in Griechenland aussieht Um zu sehen, zu erleben, zu riechen und zu hören, wie es da ist, muss man hierherkommen Hier kann man Athen riechen An Athen reizte mich einerseits die Kulinarik, andererseits die Geschichte Das hier war ein bedeutender Ort für Philosophen, Denker und für die Demokratie All die historischen Stätten inte- ressierten mich besonders an Athen Es riecht gut nach Essen – Es ist gleich Mittagszeit So um 14 Uhr Gehen wir links? – Ja * Beschwingte Banjomusik * Nach 300 m links abbiegen Hier würdest du geradeaus gehen? – Ja Achtung, nicht rechts hinunterfallen Bin ich nicht auf der Strasse? – Nein Es hat zumindest Menschen – Ach, ja, gut Da hat es nun keine Angaben Es heisst einfach “auf Leof. Vasilissis nach Westen”, aber es gibt keine Angaben in Metern Verdammt. Was ist das? Der Pfosten der Busstation? Das muss das blaue Zeichen sein Ich habe es gespürt * Motorenlärm * Oh, pardon Unmöglich, was hier alles rumsteht Sorry?- Wir können auf BlindSquare nachschauen, wo es ist Könntest du das mal machen? Ich versuche, zu fragen Sorry … sorry To go to the Lykabettus Sorry Die sind aber gesprächig Sorry, darf ich Sie etwas fragen? – Ja Wir möchten auf den Lykabettus – Ja Geht es auf diese Seite oder auf diese Seite? In diese Richtung – Ah, in diese Richtung Vielen Dank – Gerne Wir wissen zumindest, in welche Richtung wir gehen müssen Also hier, nicht da So wie ich es verstanden habe, in diese In diese? – In diese hier Ah, okay. Ja Wir haben uns schon verstanden Bist du sehend? – Ja, neuerdings Wollen wir über die Strasse? Nein, wir gehen einfach mal gerade aus.- Okay Rauf Irgendetwas lässt mich vermuten, dass ein Pfosten kommt Oh! Hier links Warum, was haben wir Schönes? Pfosten und Bäume Als Fussgänger ist man hier zweite Kategorie Ja, fünfte – (Lachend) Okay Du kannst dich schon mal psychisch darauf vorbereiten, dass wir in 80 m links abbiegen – Ist gut, ja Wir haben auf dem Handy verschiedene Navigations-Apps, wie sie andere auch brauchen in den Ferien – z.B. Google Maps Wir geben die Adresse oder den Ort ein, an welchen wir wollen Heute haben wir das nicht sehr genau gewusst, weil es etwas schwierig ist mit den griechischen Namen Unsere Sprachausgabe liest die Schrift nicht wirklich gut vor So bereiten wir uns vor Wir machen uns auf den Weg, gehen los und lassen uns lotsen Evtl. habe ich die obere Bergstation als Ziel eingegeben Wahrscheinlich, aber hier kann man vielleicht links abbiegen Wen interessiert’s? – Ein Auto

Ist das die Bahn auf den Lykabettus? Ah, great – You need the right track Ah, here. Thank you! Jonas? – Yves, warte kurz! Jonas? Ja, warte Hier! Ich bin hier noch zwischen den Autos Du musst den Weg nehmen, den ich genommen habe.- Ja So Hei, ei, ei!- Nächstes Mal musst du besser parkieren Ich wollte zuerst hinten durch – Ach, sorry Wir haben auch einen doofen Weg genommen Wenn wir uns auf eine Reise vorbereiten, recherchieren wir in verschiedene Richtungen Internet, Wikipedia Podcasts runterladen ist auch gut, um Dinge zu hören Auch TV-Sendungen kann man sehen oder hören Ich glaube, er hat die gleiche Ansicht wie du Wir wollten auf den Lykabettus, weil es ein bedeutender Ort ist Man kann über die ganze Stadt sehen Obwohl wir sie nicht sehen, ist es spannend, weil es sicher viele Touristen hat, die die Aussicht geniessen Wir haben von dieser Aussicht auch etwas Wir hören die Stadt von weiter oben, z.B. mit dem Verkehr * Sirene * Man nimmt die Stadt anders wahr Es hat sich gelohnt, hinzugehen * Sirene * Wollen wir ein Foto machen? – Das könnten wir Dann müssen wir hier hinstehen Machen wir es selbst oder fragen wir jemanden? Wir machen es selbst Wie machen wir das? Wir können das schon selbst Also, schau. Hier ist das Geländer – Oh, sorry Bist du bereit? – Ja Was muss ich jetzt …? – (Lachend) “Was muss ich jetzt?” “Rückseitig”? Nein, “vorderseitig” – Vorderseitig ist besser Also, jetzt – Warte Es sagt, ob die Gesichter erkennt werden oder nicht Nein Ja, genau dort. Halt es mal hin So? – Nein. Achtung Ein Gesicht hat es gefunden – Das ist viel Dich erkennt es evtl nicht als Mensch Zwei! Es ist ein grosses Thema: Reisen und Eltern Ich verstehe, dass es für die Eltern nicht immer einfach ist, uns loszulassen, reisen zu lassen Das Reisen wäre nicht das Problem Sie fanden, es wäre gut, wenn jemand mitkommen würde, der besser sieht als du – also viel besser Das hast du mir nie gesagt Ich bin enttäuscht Aber es geht ja darum, gemeinsam etwas zu erleben und zu entdecken Das macht Spass mit jemandem, mit dem man sich gut versteht Treppe Ein Tritt? – Ja, einer. Jetzt wieder * Vogelzwitschern * Hörst du die Vögel? – Ja Schön, nicht? Komm, wir fragen jemanden – Nein, ich glaube, es ist gut Vorher meintest du auch, du glaubst, es sei gut Es brauchte viel Glauben, um nicht in den Himmel zu kommen Hier, links Nein Das ist kein guter Moment * Dynamische Musik * How do you know when it’s a good moment to cross? Ist das ein Haltehäuschen oder ist ein Container? Da ist eine Bank Ich glaube,es ist hier – Das glaube ich auch Etwas Blaues habe ich noch nicht gesehen Aber es könnte schon ein Wartesaal sein Aber was ist das? – Da ist die Haltestelle Ah, nein, das ist Vorher gab es noch eine taktile Linie – und jetzt nicht mehr Genau dann, wenn man sie brauchen könnte Du hast das Gefühl, hier fährt mal ein Bus vorbei? Ja, jetzt ist zumindest ein Taxi vorbeigefahren Achtung! – Jetzt * Quietschende Bremsen * Können wir da drüber? – Komm mal Ja Hallo. Ist das die Busstation vom Bus 126-550? One, two, six * Der Mann spricht griechisch. * One, two, six. Wohin wollt ihr? Zum Taktilen Museum But we don’t know the Der andere sagte doch etwas von Interamerican.- Ja, genau Okay. Five Five, five, zero Es war dann halt so, dass es nicht der richtige Bus war Wir suchten den Bus 550 Aber er meinte, wir sollten mitkommen

Er hat uns in den Bus gezogen Wir sind sicher keine 100 m gefahren Er hat uns zur richtigen Station mitgenommen Guys! – Yes? Here – Here? Yes – Okay, thank you.- Thank you Thank you Yves, hier – No, no. Let me Ich wollte sicher nicht den Bus aufhalten Ich schätze die unkomplizierte Art, die Flexibilität extrem, dass sich keiner beschwert Irgendwie Das haben wir vielleicht nicht verstanden Ja, das stimmt Vielleicht haben wir es wirklich nicht verstanden Das sind auch jene Momente, die mir viel Kraft geben zum Reisen geben In den Situationen, in denen es schnell gehen muss, spürt man, ob einem die Leute helfen oder nicht Great. Thank you – Thank you very much Super Thank you very much – Bye Hier kann man gut gehen Das gefällt mir (Mann) Hello – Hello.- Hello This way, please We’re looking for the Tactual Museum This way, not here Sorry? – Not here Where is the museum? You go straight from this way Hier hat es wieder Leitlinien – Ja Das ist schon mal ein gutes Zeichen, wenn es wirklich Leitlinien sind Das Ziel befindet sich auf der linken Seite Jetzt ist es auch grün auf der linken Seite Ah, jetzt – Hier könnte … Nein Ist das ein Tor? Es passt für mich zum Konzept, dass man ein Museum für Blinde und Sehbehinderte suchen muss Ich erlebe das auch oft in der Schweiz oder an anderen Orten Dinge, Dienstleistungen, die eigentlich speziell für Blinde und Sehbehinderte gemacht sind, sind oft gar nicht barrierefrei Oder manchmal scheitert es an ganz kleinen Dingen, dass man nicht hinkommt Jonas, hier – Was ist wohl hier? Left. Okay? * Er spricht griechisch. * (Beide) 30 m Left * Er spricht griechisch. * Grundsätzlich mögen wir es nicht, wenn uns fremde Menschen anfassen, zu denen wir nie Kontakt hatten Das ist dieser Plüschtiereffekt Oder der Zooeffekt: Man meint, man könne alles anfassen Ich denke, das mag wohl kaum jemand Ich glaube, das hier ist eine andere Kultur Die Leute versuchen unkompliziert, uns zu helfen, auch wenn sie weder Englisch noch unsere Sprache reden Schlussendlich führt die Hilfe zum Ziel. Darum ist es super * Stimmengewirr * Da vorne ist noch ein Haus Warte. Vielleicht … Good Morning Do you go to the Lighthouse for the Blind? Wir suchen das Taktile Museum Ich werde Sie zum Museum führen Das ist Frau Rokutaki, die Vizepräsidentin Ah, hello! Freut mich, Yves – Jonas Ich führe Sie zum Museum, okay? – Great, thank you! Sind Sie auch sehbehindert? Frau Rokutaki ist blind, sie wurde blind geboren So, da sind wir also Lassen Sie mich ein paar Dinge über das Museum sagen Das Taktile Museum wurde 1984 gegründet Es ist eines von vier oder fünf Museen dieser Art weltweit Das Spezielle hier ist, dass wir alles berühren können Great Sie sind sehr charakteristisch für die kykladische Zivilisation Sehen Sie, sie haben nur die Nase Look, the nose here It’s very characteristic Sie haben keine Augen, keine Ohren, keinen Mund Keine Haare? – Keine Haare, nichts Vielleicht waren sie mit leuchtenden Farben angemalt Oh, Entschuldigung Sie gehört dem Louvre-Museum Sie wurde auf Milos gefunden, einer griechischen Insel Sie ist nackt Sie hat keine Arme Ihr Oberkörper ist nackt Unten trägt sie ein Kleid Aha, das ist ein Kleid – Ja

Sehen Sie, und hier ist sie nackt Sie hat unsere Hände geführt, aber nicht zu sehr an das Objekt gedrückt Sie sagte nicht, wo wir unbedingt tasten müssten Wir hatten selbst die Freiheit, etwas zu spüren oder zu entdecken But she’s not smiling Ich habe schön gefunden, dass wir die Körper zu dritt anfassen konnten Ich finde, das braucht schon etwas Vertrauen Ich weiss nicht, ob ich das mit jedem könnte Für sie war klar: Die anderen schauen es ja auch an, für uns ist das normal Wenn wir eine nackte Statue haben, wissen wir, dass es Aphrodite ist Steht eine sehende Person vor einer solchen Statue, betrachtet sie sie als Ganzes Dann schaut sie die Details an, wie was gemacht wurde, wie der Kopf und wie die Haare gemacht sind Bei uns ist es das Gegenteil Wir können mit der Hand immer nur ein Detail erfassen Wir erfassen ein Detail nach dem anderen – so ergibt sich für uns ein ganzes Bild der Statue Ah, yes – Close to the … thighs * Dumpfe, glockige Klänge * Oh, Musik – Ist das eine Steeldrum? Etwas in dieser Art – Oder Pans. Eine Pfanne * Klassischer Gesang * Oh, Gesang * Die Frau lacht. * Wow. Great – Thank you, guys Wow Wonderful – Einfach … wonderful Danke, das war kein griechisches Lied Kein griechisches Lied? – Nein, es ist meines Ah, it’s yours? Wow! Aber ich bin Griechin, also ist es vielleicht doch ein griechisches Lied This is for you Danke, ich werde es in meine Hand nehmen Was ist das für ein Instrument? – Wollen Sie versuchen, zu spielen? Yes – It’s possible? Spielt man das mit den Armen? – Ja Ich gebe es Ihnen in die Hand Hier, sehen Sie? Und Sie hier Es ist hier – Ah Und hier ist das Instrument You can touch here Das sind die Noten Es ist aus Eisen * Dumpfe, glockige Klänge * Ich glaube, wir lassen wieder Sie spielen Das klingt besser Soll ich ihr auch noch etwas geben? Thank you – You’re welcome, guys Ein geiles Instrument – Ja, es ist cool Es ist super * Fröhliche Klavier- und Akkordeonmusik * Der Boden ist nicht so stockfreundlich Nein, er ist etwas alt Die Blinden hatten es früher nicht ganz einfach Geht es hier rechts? – Ob es da etwas gratis gibt? Da ist der Tempel Es scheint ein recht grosses Haus zu sein Aha, oh, das ist eine Tour Sie sind mitten in einer Tour * Lachen * Oh, sorry.- Das ist in Ordnung Wir hören ihm zu (Flüsternd) Oh, sorry – Kein Problem Brauchen Sie Hilfe? Where are we now? At the temple? – Yes Wir sind auf die Akropolis gegangen, weil sie ein sehr bekanntes Wahrzeichen ist Mich interessierte die Stimmung, ob man etwas von den Steinen spürt, die schon lange dort sind * Stimmengewirr * Und wir biegen links ab Haben Sie überhaupt Zeit? We don’t want to steal your time Ich gehöre zu einer Gruppe (Beide) Oh, sorry! Hier ist eine Absperrung Aber wenn Sie Ihre Hände etwas ausstrecken, kommen Sie näher Hier ist die Mauer Das ist vermutlich vom Fries Oh, jemand hat gerufen – Es ist nicht erlaubt Okay Sollen wir weiter? Was wir sehen, ist der Rand des Parthenons Und es hat eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht Säulen Und es sind immer noch Teile der Skulpturen übrig

Nur die ganze Mitte fehlt But it’s absolutely magnificent Damit wir etwas mitbekommen, muss man einfach das beschreiben, was man sieht – nicht mehr, nichts interpretieren Also möglichst konkret beschreiben, was da ist, was man sieht Der Mann hat das sehr gut gemacht Hier ist es ein bisschen steinig Passen Sie gut auf Kannst du dir die Grösse vorstellen? – Schwierig Wir schauen nun in Richtung Erechtheion Ist es derselbe Stil? Der Stil ist ähnlich, die Spitzen der Säulen sind anders Sie haben – ich bin nicht sicher, wie man sie nennt – korinthische Verzierungen, glaube ich Yves? – Ja Hier dem Seil entlang – Da unten hört man etwas Links, oder? – Da muss es hinaus führen Wir sind doch über eine schmale Treppe gegangen Ja, genau – Dort müssten wir irgendwie Wenn man die vielen Leute sieht, fragt man sich schon, warum die immer noch mehr Kinder machen Wieso? Dichtestress? – Es gibt genug Menschen Dichtestress, ja Um die Steine des alten Griechenlands zu sehen, ist die Akropolis sicher ein Ausflug wert Aber idyllischere Orte gibt es genügend andere Ich bin auch froh, dass wir dort waren, aber Ich habe es jetzt gesehen – oder eben auch nicht * Yves kichert. * Ja, nun hat es da In der Nähe sollte es einen haben Da hört man doch etwas? * Vogelzwitschern * Hörst du das Pfeifen? – Ja Das sind die Vögel – Achtung, da geht es runter! Ui, ja! Da geht es irgendwo rein Da geht es auch irgendwo rein Hier hat es lustige Sachen – Fragen wir … Da leuchtet etwas Da. Hier Darf ich vorstellen: Geldautomat, Jonas Jonas, Geldautomat – Herzlichen Dank Ich lasse dich machen – Vielleicht hat es Kopfhörer Ich glaube es nicht Hat es keine? – Nein In der Schweiz haben jetzt fast alle Bankomaten einen Kopfhöreranschluss Mit einer Sprachausgabe, die einen durch das Menü leitet, kann man selbstständig Geld beziehen Hier gibt es das nicht – zumindest nicht bei diesem Automaten Wir mussten uns helfen lassen Yes, sir Sie können den PIN eingeben – Thank you * Piepen * Sie möchten Bargeld? – Ja Wie viel? – 200 200.60 Ah, okay Es gab auch schon Situationen, in denen Leute den PIN-Code für mich eingeben wollten Das war hier kein Thema Ich hatte den Eindruck, dass er sich abgedreht oder den Code mit der Hand verdeckt hat, als ich ihn eingeben habe Bei ihm hatte ich einfach ein gutes Gefühl Er hat gesagt, ich solle das Geld zählen und gefragt, ob alles stimmt Das hat extrem viel Vertrauen gegeben Also, 200.60 Fr – Ah, okay Ob das wohl stimmt? – Ja, ja Ah, sind das drei 50er-Noten? – Ja Thank you very much – Riechen Sie die Noten? Nein, ich sehe die Zahlen Möchten Sie auch einmal riechen? – No, no Schweizer Franken riechen besser als Euros Ja, ganz bestimmt! Sorry, Anafi ist in dieser Richtung? Anafi? Anafiotika – Anafiotika, sorry Gehen Sie diese Strasse runter, links – und dann rechts Dort ist ein weiterer Fussgängerstreifen Thank you very much – You’re welcome Danke für Ihre Hilfe Ich muss noch rasch wegräumen (Lachend) Ich liebe diese Frage In der Schweiz hätte ich mich so genervt über diese Frage Riechst du am Geld? – Nein, er hat nicht Das ist lustig, er hat es nicht so gefragt Die Schweizer fragen immer, ob wir am Geld riechen Wie erkennst du das Geld? Riechst du daran, Yves? Geld stinkt, wie du ja weisst * Lockere Gitarrenmusik, Stimmengewirr * (Mann) Sweet coconuts

Ah, you’re selling them Jetzt fährt er durch Uh, es riecht speziell – Das sind Erdbeeren Ah, ja Dann bezahlst du Wir entscheiden auch, wie viel Geld wir geben Auch Kirschen? – No, thank you Die sind aber lecker Bedien dich – Darf ich noch eines nehmen? * Lockere Gitarrenmusik * Es riecht schon etwas nach Meer – Evtl. fahren wir dem Meer entlang Wir sind an der Endstation Ihr könnt mit mir kommen Folgt mir – (Beide) Okay Oh, sorry – No worries Jonas? Das ist schnell gegangen, nicht? – Ja Sind Sie hier auch schon im Meer gewesen? Ich habe Angst zu schwimmen, weil ich keinen schönen Körper habe Keinen schönen Körper? Den habe ich auch nicht Die Menschen würden alle wegrennen Bei mir auch Nein! Sie sind jung, Sie sind schön – Thank you Nur er ist schön Sie auch, keine Angst Aber ich bin alt, alles hängt * Sie lachen. * Da hast du ja jemanden gefunden, Yves, was? * Beide lachen herzhaft. * Okay Sie sind super And you are here Jetzt einen kleinen Schritt neben deinen Freund Thank you very much Es war sehr schön, euch kennengelernt zu haben Gleichfalls. Danke für Ihre Hilfe Have a nice time Bye All the best – (Beide) You, too * Beide kichern. * Ja, darum geht es ja Von Athen wird mir die Freundlichkeit der Leute am meisten in Erinnerung bleiben Die Menschen, die einem geholfen haben Die Gemütlichkeit in den Strassen, mit den Cafés und den Strassenmusikern Bezeichnend für die Stadt finde ich die Hilfsbereitschaft der Menschen Sie machen sich keine Gedanken darüber, wie sie helfen können oder dass sie etwas falsch machen könnten – sie helfen einfach * Sanfte, griechische Sirtakimusik * Deine Kollegin, die du kennengelernt hast, die uns das Meer gezeigt hat Ich habe mich wenigstens mit ihr unterhalten. Du hast nur gelacht Na ja, ich war halt etwas im Hintergrund Sehr, ja. Dafür hat sie dich am Ende schön geküsst Ja, da bin ich ziemlich erschrocken – Wie war das? Damit hätte ich nicht gerechnet Aber daran sieht man eben auch, dass alle Begegnungen ganz unterschiedlich waren Sie war sehr offen und hatte überhaupt keine Berührungsängste Vielleicht liegt es auch an der Kultur An gewissen Orten sind es sich die Menschen eher gewohnt, andere zu berühren und keine Berührungsängste zu haben Das ist ja irgendwie auch schön Es ist schon interessant In Athen hat uns ja der eine Typ fast umarmt Ich gebe es zu, wenn das in der Schweiz passieren würde, würde ich wohl sagen: “Geht’s noch?” Dort machte es mir nichts aus, weil es eben einfach diese Kultur ist Nach der Ausstrahlung der Sendungen habe ich oft gehört, dass uns Leute auf der Strasse nicht geholfen hätten V.a. auch in Berlin Aber ich glaube, das ist eine ganz andere Kultur Man hat extrem gespürt, dass die Leute viel ruppiger, direkter sind Vielleicht nicht herzlich, dafür weiss man, woran man ist Friedrichstrasse? – Ja Oh, jetzt ist es auf der 2 303 m auf der 2 Stopp! Hier stoppen! Was ist das wohl? – Ich verstehe es auch noch nicht Hat es hier ein Lichtsignal? Hat es hier ein Lichtsignal? Jetzt gehen einige los Ich glaube, wir können gehen Ich freue mich, dass ich in Berlin Dinge entdecken darf

Die Geschichte. Etwa die Berliner Mauer, die mich sehr interessiert Mich interessiert, wie sehr die Menschen heute noch geprägt sind Hier leben so viele unterschiedliche Menschen auf kleinem Raum zusammen Ist man hier etwas toleranter? Fällt man hier etwas weniger auf, wenn man eine Behinderung hat? Oh, nein – Achtung! Das war denkbar ungünstig – Jetzt?- Ja * Entspannte Musik * Hier ist wohl deine Brücke – Ja, ja Ist das schön – Jetzt kommt’s gut Wie weit ist es noch? – 80 m Und gleich rechts abbiegen – Pardon.- In 10 m Ja, komm Hier neben dieser Maschine Die hört ja wohl jeder – sogar ein Fernsehjournalist Ist gut, wenn wir – Ich rufe mal an * Hämmerndes Rattern * Guten Morgen, Herr Arnold Hier ist Yves Kilchör Wir sind hier in der Nähe einer Maschine Ich weiss nicht, ob Sie uns sehen Yves? – Super. Vielen Dank Wir sind zu spät – Tja Guten Morgen – Guten Morgen Mit wem habe ich telefoniert? – Mit mir. Hallo. Guten Morgen Ich bin Adrian – Freut mich, Yves Wir duzen uns, das geht einfacher Adrian – Jonas. Hallo, Adrian Freut mich sehr – Freut mich Schön, seid ihr in Berlin Wir beobachten beide das Weltgeschehen Deutschland spielt momentan bei vielen Themen eine grosse Rolle Da ist immer wieder der Korrespondent im Fernsehen wichtig, der die Situation einordnet und etwas zur Geschichte erzählt Dürfen wir bei dir einhängen? – Natürlich Wir haben ihn getroffen, weil wir das Gefühl hatten, dass er uns ein Berlin zeigen kann, wie kaum jemand anderes Die Distanz zwischen dem Kanzleramt von Frau Merkel und der Schweizer Botschaft beträgt etwa 50 m Okay Eine breite Strasse liegt dazwischen Die Schweizer Botschafterin, bzw. ist es aktuell ein Botschafter, kann Frau Merkel ins Büro schauen * Yves und Jonas lachen. * Der Reichstag ist, ich würde mal sagen, etwa drei- bis viermal so gross wie das Bundeshaus in Bern Ah, ja. So gross? Ich stelle ihn mir wie die Akropolis vor Da gibt es auch dieses Dreieck – Genau, genau Man kann es tatsächlich vergleichen Eine gewisse Ähnlichkeit ist da Das hier ist relativ neu Hier oben sind die alten Mauern Ah, ja Es ist ein grosser Unterschied Ja, stimmt So fühlt sich deutsche Politik an Hart – Knallhart – Rauh und steinig – Genau Siehst du, ich habe sie auch noch nie angefasst Den Sandstein spürt ihr sofort – Mhm Wie das Berner Münster – Ja, genau Oder? – Ich würde es schon sagen An einigen Stellen hat es auch noch Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg Ah, sicher? – Wirklich? Ja Es war eine super Idee von Adrian, dass er uns diese Mauer zeigte und wir sie spüren konnten Auch die Erklärung dazu, dass sie den Zweiten Weltkrieg überlebte Ich zeige euch die “Aufsagerposition”, den Ort der Liveschaltungen Warst du gestern dort? Ja, gestern war ich auch dort Das ist auch ein Grund, warum wir reisen: Dass wir das, was wir in der “Tagesschau” hören – wir hören sie ja meistens – auch spüren, riechen oder erleben Es wird dann für euch dreidimensional Ja, genau * Dynamische Musik * Und du stehst dann ungefähr so Genau, ich stehe eigentlich mit dem Rücken zum Reichstag, so wie ihr jetzt steht Da direkt vor euch steht der Kameramann und filmt in meine Richtung – oder dir jetzt ins Gesicht – und hinten sieht man schön den Reichstag Gut, wir machen mal eine Frage Eine kurze Einschätzung: Deutschland im Vergleich zur Schweiz Wie sind die ersten Eindrücke aus Berlin? Ich muss warten. Es gibt immer eine Verzögerung, bis du sprichst

* Adrian und Yves lachen. * Genau Die Deutschen sind sicher direkter, das haben wir schon gemerkt Uns gefallen v.a. auch die Schweizer in Berlin sehr gut Besser hättest du das nicht sagen können * Lachen * * Dynamische Musik * Wir gehen auf diese Seite Da oben ist mein Coiffeur Du bist ja bekannt für deine Frisur (Lachend) Man sagt es Wie hast du ihn gefunden? Er befindet sich in meinem Quartier * Schwungvolle Musik * Ich hatte das Gefühl, dass Adrian von Anfang an checkte, was wir wollen Das fand ich cool Er hat uns sein Berlin gezeigt Sehr schön, danke Er war die beste Art von Reiseführer Jonas, kommst du etwas mehr zur Mitte hin? Für die Sehenden sei es ja wichtig, nicht nur uns zuzuhören, sondern auch zu sehen, wie es dort ausgesehen hat Meine Mutter ist ein grosser Fan von Adrian Arnold Ohne Foto hätte ich mich kaum nach Hause gewagt Voilà – Super!- Danke Das waren die Berliner Skater Boys Warte, warte, warte! Du bist auf der Strasse Das ist die Tramschiene Du denkst, wir können auch gehen? – Ich denke schon Aber links von dir ist ein Tram – Ist es ein Tram? Da kann man drücken * Autohupe * Hast du gedrückt? – Ja * Piepen * Komm, wir gehen! Oh, oh Ich glaube, es ist nicht mehr grün Nein, aber es gehen noch Leute vor uns. Sorry * Klackern der Blindenstöcke * Links hat es wieder Graffiti Es kann sein, dass es die schon ist – Die Mauer? Es ist ein längerer Abschnitt Siehst du etwas von den Bildern? Die Bilder kann ich nicht erkennen, aber ich sehe die Farben Reich mir mal deine Hand – Ja Da unten ist Gelb Noch weiter unten ist Weiss Da ist Weiss. Ein gelber Streifen, ein blauer Streifen. Gelb, Gelb Ich habe noch eine Vorstellung von Farben. Ich kann mich erinnern Bis ich sechs Jahre alt war, habe ich gesehen, deshalb kann ich mir unter Blau, Gelb, Rot etwas vorstellen Als Kind sieht man die Welt auch noch etwas anders Daher kann ich nicht sagen, wie gut ich es mir vorstellen kann Ich habe für mich ein Bild und das ist das Wichtigste Z.T. sehe ich sogar Licht Oder wenn die Sonne scheint habe ich das Gefühl, dass es heller wird Aber das ist vermutlich Einbildung Wenn ich Wärme auf der Haut spüre, muss es wohl die Sonne sein Ähm, ja Von daher habe ich wohl das Gefühl, dass es hell ist – oder dass es heller sein müsste Da ist etwas geschrieben (Langsam) Ein Mahn Hallo? Darf ich Ihnen die Hand geben? Ich bin Günter Schäfer Guten Tag – Ich bin der Autor dieses Bildes Ah, okay Ich lese den Text vor – Ja “Diese Flagge basiert auf dem Grundgedanken von Frieden und Einheit aller Völker.” “Sie ist eine Auseinandersetzung mit dem Erbe aller deutschen Generationen nach dem Zweiten Weltkrieg.” “Ein Mahnmal gegen jede faschistische Tendenz: Reichskristallnacht, 9. November 1938.” “Mauerfall, 9. November 1989.” Ah! Also einmal das dunkelste Datum: die Kristallnacht Und einmal das Datum: Freude, die Mauer öffnet Wann haben Sie das gemacht? – Im März 1990 Kommen Sie noch oft vorbei? Ab und zu. Der Inhalt des Bildes gefällt nicht jedem Es wird sehr oft heftig zerstört – Ja Bis dato habe ich es 62-mal restauriert (Yves und Jonas) Wow! Es war ein grosser Zufall, dass wir Herrn Schäfer getroffen haben V.a. war es auch schön, wie er es vorgelesen hat und uns das Bild erklärt hat Das war das Beste daran Nichts gegen deine Erklärungskünste, aber es war schon etwas besser

Ich lese dir nie mehr etwas vor * Sanfte, schwungvolle Musik * (Durchsage) Sehr geehrte Fahrgäste, der Zug Yves? – Ja? Ich glaube, diese Bahn ist gut – Nehmen wir die? Ja, die nehmen wir – Also, einsteigen Ich hoffe es * Sanfte Motorengeräusche * Ich habe das Gefühl, das ist der- selbe Zug- oder Motorenhersteller, wie bei gewissen RBS-Bahnen Da ist etwas dran Einfach eine viel stärkere Variante – Ja (Durchsage) Ausstieg – (Yves gleichzeitig) … links Oh, schön – Das dachte ich mir Lassen wir erst die anderen aussteigen Aber nicht zu lange warten Gehen wir? – Ja Oh, da ist ein Pfosten. Sorry Hast du dich beim Pfosten entschuldigt?- Nein, bei dir Das ist eine lange Unterführung, was? Ja, wirklich Müssen wir bis zum Ende gehen? Gut? Jetzt! Die Strassen sind etwas kleiner Wir sind schon etwas ausserhalb Es ist etwas ländlich hier, was – Ja Ich bin Henrik, grüsst euch – Freut mich, Yves Jonas, freut mich – Super Mögt ihr euch festhalten? – Wir suchen die Tandemgruppe Weil Berlin eine Fahrradstadt ist, dachten wir, es wäre cool, mit einem Tandem zu fahren Tandem oder Fahrrad fahren gibt einem eine gewisse Freiheit, das Tempo zu spüren Man spürt den Wind Das erlebt man zu Fuss nicht so * Stimmengewirr * (Alle) Hallo Anne kommt gleich auf euch zu Sie sieht auch nichts Jonas, freut mich – Hallo Hallo, ich bin Yves. Freut mich – Hallo Das ist jetzt blöd gefragt: Wer von euch ist der Leichtere? Jonas.- Das wäre ich – Der geht zu Jörg Rechtes Pedal oben – Ja * Stimmengewirr * So, dann fahren wir los – Ja, gerne Du sagst einfach, wenn ich mehr oder weniger pedalen soll * Entspannte, ruhige Musik, leise Gespräche * Wir erreichen gleich einen Berg – Ja Das ist ein Trümmerberg – Ja Da haben die Nazis eine Parteischule gebaut und der ganze Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs wurde hier aufgehäuft – Wow Wie bist du zum Tandemfahren gekommen? Als ich vor fünf Jahren in Rente gegangen bin, habe ich per Zufall davon gelesen Haben wir den Bergpreis? – Ja, genau Ja! Auf dieser Tandemtour haben wir ein ganz anderes Berlin kennengelernt Ich wusste nicht, dass es in Berlin so viel Wald hat So, wie sie uns davon erzählt haben, sind sie wohl sehr stolz, dass Berlin allgemein viele Grünflächen hat * Entspannte Musik * * Die Männer sprechen ausgelassen durcheinander und lachen. * Danke, dass es geklappt hat – Es war eine grosse Freude Prost! – Auf den Rütlischwur! Alle zusammen in die Mitte (Alle) Prost! Auf die Schweizer! Der typische Berliner ist sehr offen, zugänglich, auch ansprechbar und zugewandt, aber er ist eben auch vorlaut und frech Man darf sich von dieser robusten Ansprache, die man oft bekommt auf Fragen, nicht einschüchtern lassen In dieser Hinsicht ist Berlin echt eine supertolle Stadt * Sanfte Musik * * Hupen * * Krächzen und Vogelzwitschern * Es ist ganz schön hier Es ist idyllisch zwischen den Bäumen Es wirkt nicht wie ein Touristen-Hotspot Wo geht es wohl durch? – Vielleicht ist geschlossen Genau

Links, oder? – Nein, links geht es nicht weiter Eher rechts – Da (Mann) Ja, das sieht gut aus – Ist das der Modellpark? Ja, herzlich willkommen – Ah! Danke. Hallo Das kostet pro Person 3 Euro Du kriegst dann zwei schöne Karten (Beide) Super – Ich bezahle Nein, ich habe es bereit Du kennst das Geld nicht so He! Das sind fünf, oder? – Das sind zehn Siehst du – Das passt Hier einmal die Karten – Super Waren Sie schon mal bei uns? – (Beide) Nein Wäre es möglich, dass uns jemand ein, zwei Gebäude zeigt, die wir ertasten könnten? Aber gerne, natürlich Im Modellpark haben wir die Möglichkeit, dass wir Gebäude und Sehenswürdigkeiten ertasten können Die Gebäude sind in echt so gross, dass wir z.B. nur einen kleinen Teil der Mauern ertasten können wie beim Reichstag Dann ist es toll, wenn man eine Übersicht erhält oder möglichst das ganze Gebäude erfassen kann Da schreiten wir jetzt auf das Brandenburger Tor zu Mit der Quadriga, den Säulen und den beiden Nebengebäuden Dahinter ist der Streitwagen mit der Göttin und dem Adler obendrauf als Siegeszeichen Die Flügel – Das hier ist der Adler * Entfernte Kirchenglocken * Es ist spannend: Ich hatte erwartet, dass das Brandenburger Tor ziemlich gross und pompös ist Jetzt bin ich fast etwas enttäuscht Im Vergleich zu anderen Gebäuden fühlt sich das Tor nach nichts an Gehen wir zum nächsten Modell? – Ja.- Gerne Das ist ein grosses Gebäude – Das ist der Reichstag Ach so, da haben wir ihn wieder – Genau Da stehen wir auf der grossen Wiese vor dem Gebäude? Genau, da stehen wir und schauen direkt von vorne auf den Reichstag Es ist cool Die Mauer ist schön nachgebildet Die konnten wir bereits spüren Da spürte man Steinbilder oder Steinplatten, die man hier auch sehr gut spürt – Ja, genau Die Verknüpfung von dem, was Adrian erzählt hat, und dem, was man da erlebt hat Adrian erzählte, über dem Eingang stehe “dem deutschen Volke” Dass wir das noch spüren konnten, war schon toll Eine schöne Schrift. So geschwungen deutschen … Vol…ke * Sanfte Jazzmusik * Es geht immer noch weiter – Das ist wahnsinnig Hier ist jetzt Schluss – Wahnsinnig Hier biegen wir ab – Ja Zu Beginn dachten wir, er führe uns vielleicht, weil Kameras dabei sind Aber als sie aus waren und sich nicht mehr für uns interessierten, ging er mit uns weiter und zeigte und noch x Gebäude Er hat sich unglaublich viel Zeit für uns genommen, das war toll Yves? – Ja Wollt ihr zur U-Bahn? – (Beide) Genau Ich gehe mit euch mit Die Kreuzung ist ziemlich gross Kann ich mich am Arm festhalten? – Ja, klar. Wollt ihr beide? Geht das? – Ja, klar Wo wollt ihr denn hin? – Zu Curry 36 an der Oh! Natürlich! – Kennen Sie es? Jetzt, los! Ja, Curry 36 kenne ich. Da ist der Burgermeister, der ist auch lecker Jetzt müsst ihr nach rechts Was sollen wir eher nehmen? Die Schlange ist momentan sehr, sehr lang. Es dauert mind. 1 Std Ah, okay – Jetzt ist grün Vielen Dank. Einen schönen Tag – Vielen Dank Müssen wir hier anstehen? – (Mann) Ja, genau so (Beide) Super Ist die Schlange lang? – (Mann) Nein, es geht (Frau) Für Curry 36 geht’s – Okay Hast du dich schon mit der Speisekarte vertraut gemacht? Ich denke, es gibt Pizza Yves? – Ah, da Nein, nein, alles gut – Ah, sorry I’m your helper – Ah, super Yves! – Ja Okay. Did you order already? – (Beide) Ja, wir haben bestellt Ach, euer Essen ist bereit

Yves, komm! Langsam. Noch drei Schritte Stopp! – Okay Hand ausstrecken, da ist der Tisch – Super, vielen Dank Yves? – Ja Hier ist die Gabel Hier endet der Teller Vorne ist die Wurst, hinten die Pommes Vielen Dank – Kein Problem Super, vielen Dank – Einen schönen Tag Danke, einen schönen Tag – Tschüss Guten Appetit – Guten Appetit Mal probieren – Ich glaube, bei dir ist jemand Ehrlich gesagt war die Currywurst nicht so speziell Es war halt einfach Ketchup, Curry und eine Wurst Eine ganz normale, simple Bratwurst mit ein paar Pommes frites mag ich genauso gerne wie diese Currywurst Noch 303 m auf der 2 60 m auf der 12 Da ist ein Hubschrauber * Rattern der Triebwerke * Ich nehme an, dass es hier links ist Es sei ja ziemlich gross – Ja Es muss ja so etwas wie ein Feld sein, oder? Ja. Es steht noch 90 m, aber ich denke, es ist hier links Versuchen wir es – Sollen wir es probieren? Ja, schau – Ach, ja Schau, da sind schon die Blöcke Ach, sie sind nicht immer gleich hoch Nein, sie sind nicht immer gleich hoch Man kann sozusagen Teil des Holocaust-Mahnmahls sein Mann kann hineingehen, es ist eine Art Labyrinth Es ist spannend, das zu entdecken, die Grösse zu erfassen Kommst du nicht mehr hoch? – Doch, mit dem Stock Ja, stimmt Ich gehe einfach geradeaus – Also gut * Klackern der Blindenstöcke * * Ruhige Akkordeonmusik * Herr Jonas? Jonas? * Vereinzelte Stimmen * Herr Jonas? * Angespannte Musik, dumpfe, pulsierende Schläge * Jonas? Hier! Hier, hier, hier, hier! Hier, hier, hier! Ah Da – Wo? Da – Ich finde dich fast nicht Hier – Was? Ich blieb stehen. Ich dachte, wir finden wir uns sonst nie wieder Komm! – Wohin? Hier hinein Ich finde die Grösse, die grosse Fläche so wichtig Dass das so viel Platz einnimmt Ich finde auch, wenn man dort drin ist und sich überlegt, wem das gewidmet ist Es passt einfach sehr gut Es hat einen sehr symbolischen Charakter * Verspielte Musik * Ich habe das Gefühl, ich habe Berlin von seinen ver- schiedensten Seiten kennengelernt Mir ist Berlin nun nicht mehr nur als graue Stadt in Erinnerung, sondern mit dieser Landschaft Mir bleibt die Mauer extrem in Erinnerung, das Treffen mit dem Künstler Das brachte mir die ganze Geschichte etwas näher, machte sie fassbarer Es hat mir mehr gegeben, als ich erwartet habe Das zeigt, dass man Berlin x-mal besuchen kann und doch noch nicht alles gesehen hat Es reizt mich, bald wieder hierherzukommen * Die Musik endet abrupt. * In Berlin könnten wir wohl wohnen und ziemlich selbstständig leben Mhm Wobei ich überrascht war, wie gut die Metro in Athen ausgebaut ist Ja, das stimmt Manchmal hat es einfach wenig Platz auf dem Gehsteig Und er wird anders genutzt als für Fussgänger, aber sonst Dafür standen dir in Jerusalem die Bäume im Weg Die hingen so raus – Das stimmt, ja Aber viele Sachen – So kleine Inseln Mit Bäumen?

Ja, ich glaube, es hat hier Bäume Ah ja, es hat Bäume Tatsächlich hat es Bäume hier Praktisch, einen Hut zu tragen – Ja * Glasscheppern * Huiuiui – Hoppla Solche Poller mögen sie auch, an denen man sich die Beine stossen kann Ah, du meinst, die stehen da, damit man sich die Beine stösst? Ja, ich glaube, die wurden extra für uns organisiert Wir gehen nach Jerusalem, weil wir herausfinden wollen, wie das in der Stadt so ist, in der die verschiedenen Religionen zu Hause sind und aus der v.a. über Konflikte berichtet wird Wir wollen sehen, wie gut die Leute da zusammenleben Einfach weitergehen – Geradeaus? Ja, aber ich bin auch nicht sicher – Wollen wir es probieren? Hello – Ja? – Sorry? Braucht ihr Hilfe? Wir gehen in die Altstadt Ist das hier oben? Altstadt? – Is that correct here? Nein, nein. Da lang – Okay, this way Wartet, die Strasse – Ja Er sagt, wir sollen gleich hier gegen links über die Strasse Wartet. Jetzt könnt ihr gehen Now? Hier hat es so eine Art Zebrastreifen Ist er noch hier? – Ja Also wer er? Er? – Oder es And now straight on? Er ist weg – Ah, er ist weg Oh nein, jetzt konnten wir uns nicht mal mehr bedanken * Beschwingte Musik * Das ist es wahrscheinlich Wollen wir jemanden fragen? Sorry Sorry – Sorry Jetzt sind wir wahrscheinlich drin Jetzt sind wir wohl in der Altstadt Sorry, ist da das Jaffator? – Genau Willkommen in Palästina – Nice to meet you Thank you – Das hier war einmal Palästina Ah, und jetzt sind wir im christlichen Viertel? Jetzt ist es israelisch-palästinensisch Wollen wir noch wegen der SIM-Karte fragen?- Ah, ja Wo können wir eine SIM-Karte kaufen? – Fürs Handy? Ja – Kommt, ich helfe euch Can I Sorry, can I hold you like that? Ist hier das christliche Viertel? Links ist das christliche Viertel und rechts das armenische Für uns ist es wichtig, dass wir überall Internet haben, weil wir oft mit dem Handy navigieren und Dinge nachschlagen SIM card? – A SIM card, yes Eine israelische SIM-Karte wollt ihr?- Yes Für wie viele Tage? – Acht Have a seat. Sit here Okay, du kannst ein bisschen sitzen Er muss euch einen fairen Preis machen Hoffentlich Er haut euch nur ein bisschen übers Ohr * Lachen * So, mein Freund, kann ich dein Handy haben? Yes Soll ich ihm mein Phone geben? – Ja Das ist schon gut, oder? – Ja Ich finde, es braucht schon Vertrauen Aber man hat es vielleicht gemerkt: Man muss versuchen herauszufühlen, ob es die Person gut meint oder eher nicht Was ist das Passwort? Fünf, sieben, fünf, drei Seid ihr zufrieden mit ihm? Ja, schon fast Die Basis des Ganzen ist unser Vertrauen in die Leute Wenn wir das nicht hätten, würden wir schon gar nicht gehen * Rasante Musik * Das ist wohl so etwas wie die Bahnhofstrasse von Jerusalem Ja Ui, sorry Yves? – Jonas? Hier – Hier bist du Hat dich jemand berührt? – Ja Das ist wohl eine Art Markthalle * Lachen * Nicht, dass sie uns noch nachkommen Schon ein bisschen mehr – Überdacht Jetzt ist es wieder offen Der Boden ist anders, hast du es gemerkt?- Ja, stimmt Er ist viel glatter Ah, verkauft der hier etwas?

Verkaufen Sie hier etwas? – Nein Geht es hier lang zur Klagemauer? Nein, ihr müsst hier runter und dann links Wenn ihr möchtet, kann ich euch hinbringen? Thank you. Okay. Can I hang on? – Yes Shoulder, arm – Thank you. That’s great Nice to meet you, be careful! – Nice to meet you, bye Wie heissen Sie? – Jerome Sind Sie jüdisch? – Nein Palästinensisch? – Nein Armenisch? – Nein Christlich? – Ja.- Aha * Stimmengewirr, Durchsagen in einem Lautsprecher * * Muezzin-Rufe * * Rhythmische Trommelschläge * Es hat viele Leute hier Ja. Das ist schon mal ein gutes Zeichen, oder? Ich glaube, wir müssen noch durch die Sicherheitsdetektoren Man müsse sich angemessen kleiden Ja, deshalb trage ich eine lange Hose Ja Es gibt verschiedene Eingänge, nicht? Ja, durch welchen sind wir wohl gegangen? * Hupen * – Oh, Achtung! Ich glaube, wir gehen hier auf der Strasse Ah, ja, hier. Oh! Yves?- Ja? – Gehen wir hier lang? Steht, wir sollen weiter rechts gehen?- Nein * Schnelle Trommelschläge, rhythmisches Klatschen * Oh, jetzt kommen wir mitten ins Fest * Trommeln, Gesang * Jonas? Ah, hier – Yves? Ich weiss nicht, ob es geradeaus oder links geht Weisst du das? – Nein Da vorne ist irgendetwas Etwas aus Holz – Ah, das ist ein Konstrukt Was ist das wohl? – Ein Gerüst Ah, wird hier hinten gebaut? Hier, nicht? Ich glaube, hier ist ein Eingang – Oder ist es ein Ausgang? Soll ich mal fragen? – Ja, komm Sorry – Ja? Wollt ihr zur Klagemauer? – Ja, genau Nimm meine Hand, mein Freund Nimm meine Hand Sind Sie auch ein Besucher? Or are you working here? Nein, ich bin Tourguide Dürfen wir mit dem Hut zur Klagemauer? Ja, man braucht einfach etwas im nicht im, aber auf dem Kopf Okay Ihr könnt aber auch eine Kippa haben, wenn ihr wollt One kippa for you Okay, my friend. Okay And one kippa for you – Thank you Den Hut könnt ihr auf die Kippa tun Okay? Okay Aha, like that? – Yes Take my hand and go with me please Hast du ihn einfach darüber gezogen? Ja, ich verstehe nicht, warum wir die Kippa Aber das hat sicher einen Grund – Das ist fürs Gefühl Es war gut, dass wir eine Kippa bekommen haben, so konnte ich mal spüren, wie die überhaupt aussieht Ich dachte immer, es sei ein etwas grösseres Hütchen Und nicht, dass es nur so einen kleinen Teil des Kopfs bedeckt Das ist die Klagemauer – Ah, okay, thank you Fragt sonst einfach um Hilfe, das ist kein Problem hier, okay? Thank you very much – Schönen Tag Thank you.- Bye – Bye Das ging jetzt schnell bis hier – Ja Beten die hier wohl oder reden sie? Hör zu * Sprechgesang * Bei uns ist es an religiösen Orten doch immer so ruhig Ich weiss eben nicht, ob man die Leute hier stören darf oder nicht Wenn die hier am Beten sind Der spricht zwar Sorry, darf ich Sie etwas fragen? Ist dieser Teil hier nur für Männer? – Ja Sind Sie aus Jerusalem? Ich lebe in Israel, aber ursprünglich komme ich aus Paris Sprecht ihr Französisch? – Ja Wunderbar – Oui Jeden Montag und Donnerstag nehmen wir die Thora heraus, wie alle Juden Und so hat es heute auch viele Bar-Mizwas * Fröhlicher Gesang * * Geistlicher Gesang *

Bar-Mizwa ist wie die Erstkommunion bei den Katholiken Mit 13 Jahren wird hier der Junge zum Mann Vorher trägt der Vater die Verant- wortung für die Taten seines Sohnes Ab 13 Jahren trägt der Sohn selbst die Verantwortung Ah, voilà Alles, alles Gute – Bonne journée, merci Bonne journée à vous – Merci. Tout de bon Bonjour à la Suisse – Oui, on dit, on dit * Geistlicher Gesang * Die Mauer ist sehr glatt Uneben – Ja, sehr Ou, jetzt ist ein Zettel rausgefallen Oh, nein Willst du auch einen reinstecken? – Hast du einen Zettel? Ja. Warte kurz Wir haben gehört, dass ganz viele Leute Zettel in die Mauerritzen stecken Im Vorfeld fragte ich mich schon, wie diese Ritzen wohl sind Ich konnte mir das nicht so recht vorstellen Deshalb haben wir ein Papier und einen Stift mitgenommen und haben vor Ort auch einen Zettel mit unseren Wünschen geschrieben Wie viele Wünsche darf man wohl aufschreiben? So viele wie du hast Hast du so viele Wünsche? Aber ist das nicht … Soll man sich nicht mit einem zufriedengeben? Das gibt ein Kunstwerk Gut ist, dass es niemand lesen können muss Doch, Gott, aber der versteht das schon Es hat fast keinen Platz mehr für Wünsche.- Ja Die, die runterfallen, werden scheinbar im Frühling und im Herbst aufgesammelt Dann kommen sie auf den Ölberg, auf den jüdischen Friedhof Die Wünsche gingen sicher via Mauer in den Himmel Daran glaube ich schon sehr stark Da geschieht schon etwas Ich glaube schon daran, dass es eine Art höhere Macht gibt Darum hoffe ich natürlich, dass die Wünsche in Erfüllung gehen * Klingelton * Oh, jetzt hat er wohl eines Yakir kommt uns abholen * Unverständliche Sprachausgabe * Er ist noch 400 m von uns entfernt Dann ist er schon bald hier Viele Handys haben eine Sprachausgabe, die einem alles vorliest, was auf dem Bildschirm steht Dadurch, können wir ein “normales” Handy bedienen Wir haben die Sprachausgabe immer schneller eingestellt Wir verstehen sie so, weil wir die Sprachausgaben schon extrem lang nutzen Noch 1 Min., noch 0,1 km, also noch 100 m Hello? Ah, nein * Hupen * Es hat gehupt, dann kommt er wohl Ah, hier. Are you a taxi? Oder jener dort drüben? – Ah, jetzt ruft er an Komm, Yves Hallo? Sehen Sie uns? Wir sind eben blind, wir sehen Sie nicht Könnten Sie vielleicht hupen? Bye, bye, okay. Bye, bye – Was macht er? Sorry. Bye. Er ist weg – Er geht wieder? Ja – So ein Arsch Also, ich bestelle ein anderes Ah, jetzt ist er hier * Hupen * Ah, hier Hello? Lass uns nachfragen Klopf mal ans Auto! Sind Sie ein Taxi?- Nein, aber 10 m weiter vorne wartet eins Ah, weiter vorne? – Ja.Okay Sind Sie ein Taxi? – Ja Sorry, wir haben Sie nicht gesehen – Kein Problem, ich habe gewartet Very nice – Thank you very much

* Fröhliche israelische Musik * Sind wir jetzt schon auf dem Ölberg? – Ja Thank you – Thank you. Bye You’re welcome – Bye Schön – Super Hier sind wir jetzt – Ja Hui, das windet extrem Huiuiui Woher kommt wohl dieser Wind? Krass. Es windet extrem Hello? Sorry – Braucht ihr Hilfe? Ja. Könnten Sie uns vielleicht etwas beschreiben, was man hier so sieht? Oh, sehr viel * Yves lacht. * Es ist sozusagen die gesamte Sicht auf die Altstadt von Jerusalem Im Zentrum ist der Felsendom – Ah, okay Er ist blau und seine Kuppel ist aus Gold Ah, okay Wir sind auf der Seite des jüdischen Friedhofes Auf der anderen Seite des Tales, unterhalb der Stadtmauer, befindet sich der muslimische Friedhof Ah, okay – Ja Also, weiterhin gute Reise Merci Und danke für die Beschreibung Merci beaucoup, c’était cool de te rencontrer Merci beaucoup – Amusez-vous! Toi aussi! Bonne soirée. Merci Tchao, tchao Es gibt doch so einen Panoramamodus Da fährt man so hin und her und dann gibt es ein schönes Panorama – wenn man es kann – Aha Und jetzt fühlst du dich überlegen, weil du diesen Panoramamodus hast? Nein, es bringt mir ja nichts, denn ich habe ja kein Instagram wie du Ja, ja, du kannst schon lachen Kann ich dir helfen? * Drollige Streichermusik * Ja, ja. Wir können ja noch ein Selfie machen Das können wir ja besser Du schaust schief – Ah Jetzt. Zwei Gesichter – Ja. Jetzt musst du aber Uh, ja – Warte schnell Jetzt. Drück Nochmals – Nochmals?- Ja Spürst du jetzt Jesus hier? Wieso? War er hier? Ja, von hier aus ist er doch in den Himmel.- Ja? * Schnelle orientalische Musik * * Die Musik endet abrupt. * * Stimmengewirr, Rufe * Zweimal Hummus, bitte Jetzt geht es gleich los Oh, Fladenbrot Hier ist der Hummus Das Pitabrot – Ja Und hier Falafel Oh! Wow, thank you Thank you Es hat Falafel – Hat jeder einen eigenen Teller? Du hast hier Falafel – Ja Ich verstehe es nicht ganz Wo ist denn der Hummus? Ah, hier. Nein, das ist Salat Das hier ist Hummus Auf dem Teller? – Ja Brot hast du schon, oder? – Ja Die Falafel sind hier vorne Das ist sehr lecker – Sehr lecker, ja Das ist der Wahnsinn Mmh Shukran Und jetzt weiss ich nicht, ob hier

* Helles Klimpern * Oh, hier ist eine Bank Wollen wir uns hier hinsetzen? Ja, hier ist eine Bank – Ja Hm, es riecht etwas streng – Wirklich? Wonach? – Nach Kacke Wirklich? – Dann sitzt auf Kacke Wirklich? Ich rieche es nicht Wir gingen in Jerusalem zum Fussballklub Katamon, weil wir im Vorfeld gehört hatten, dass dort Menschen verschiedener Religionen zusammen Fussball spielen und so näher zusammenrücken Wir haben im Internet recherchiert und schnell die Website gefunden Und so kamen wir zu Uri Sheratzky Hello, I’m Uri – Hello, nice to meet you. I’m Yves Yves and? – Jonas. Nice to meet you Jonas, nice to meet you Ich habe euch ein kleines Geschenk mitgebracht Eine Mütze von unserem Club, Schutz vor der israelischen Sonne Thank you – Thank you very much So you can put it on your head afterwards Also, ich erzähle euch mal etwas über den Katamon-Klub, okay? Jerusalem tut nur so, als ob es e i n e Stadt wäre Aber das täuscht – es sind drei Städte Eine für Menschen wie mich: nicht-orthodoxe Eine weitere Stadt ist die der muslimischen und der christlichen Araber Und die dritte Stadt ist die der orthodoxen Juden Jeder Teil hat eigene Schulen Einige haben sogar ihren eigenen ÖV Alle haben eigene Nachbarn, eine eigene Kultur und eine eigene Sprache Es sind also drei Städte Also heisst das, dass jeder Teil seinen eigenen Fussballklub hat? Nein, da kommen wir ins Spiel Wir versuchen, ein Ort zu sein, an dem sich die drei Kulturen der Stadt treffen können Es ist sehr kompliziert Aber wir haben Fussballfelder in der ganzen Stadt und Schulen, mit denen wir arbeiten Von den israelischen Siedlungen bis zu den arabischen Stadtteilen ganz im Osten Darf ich mich festhalten? – Yes, sure Was habt ihr denn schon alles gesehen? Sehen ist vielleicht nicht das richtige Wort Nein, nein, das ist schon gut What did you feel in Jerusalem? – We saw the Western Wall * Ein Mann gibt Anweisungen auf Hebräisch. * Ist hier das Fussballfeld? – Ja In front of you is a football field – Ah, yes Now you can touch it – Ja Oh, ja.- Da hat es Sand There’s sand in it Spürt ihr, wie heiss der Kunstrasen ist? Es ist schwierig, darauf zu spielen This is Digati Nice to meet you – My name ist Digati Sie sind der Trainer? Ja, vom Jugendsektor Dann hat es hier also Palästinenser, Muslime und Christen? Palästinenser … nun ja Aber es hat Araber, Äthiopier Jede Kultur ist vertreten (Yves und Jonas) Okay Palästinenser könnten bei uns beitreten Aber wenn die Palästinenser einem jüdischen Club wie unserem beitreten, bekommen sie Probleme mit ihren Leuten in ihren Stadtteilen Deshalb nehmen sie nur an den inof- fiziellen Aktivitäten von uns teil Man darf auch nicht in der israelischen Liga spielen, wenn man keine Israel-ID hat Wollt ihr mit einem arabischen Vater sprechen?- Yes Abuhalled! Hi, I’m Jonas. Nice to meet you – Nice to meet you Hello. Welche Sprache sprichst du? – Englisch Ah, nice – Und was sonst? Just English? Arabisch, Hebräisch und Französisch – Ah, okay Und ich bin neun Jahre alt – Wow Und wer ist der beste Fussballer? Ronaldo und Messi – Ah Spielen Sie auch Fussball? Ich habe mal gespielt, aber jetzt bin ich 46 und ich bin Anwalt Der Alltag ist schwierig hier mit all den Problemen

Was meinen Sie mit Problemen? Wir können nicht ignorieren, dass die Situation hier nicht einfach ist Es gibt viele Konflikte Aber wenn die Menschen in sich drin einen Spirit finden, um zusammenzuleben, dann können sie zusammenleben Wenn wir die Politik beiseitelassen, dann können die Menschen es gut haben miteinander Und das schönste Beispiel dafür ist dieser Fussballklub * Orientalische Klänge * (Mann) … il Signore è con te Tu sei benedetta Spannend finde ich, dass man an den Kleidern sieht, wenn jemand sehr religiös ist Das sehen die Sehenden ja sofort, auf den ersten Blick Vielleicht sehen sie auch sonst den Kleidern an, ob jemand Jude oder Muslim ist – oder sogar, ob jemand Polizist ist oder nicht Das sehen wir nicht Das finde ich eigentlich noch schön Ich finde, das ist einer unserer grossen Vorteile, dass wir nicht urteilen, bevor wir mit jemandem gesprochen haben e si è caricato dei nostri dolori The Third Station When Jesus falls the first time Ich liebe Wasser über alles und mag Baden sehr Ich bin allgemein gerne am Meer Man hört von Leuten, die bereits am Toten Meer waren, dass es ein einmaliges Erlebnis sein soll Das Gefühl, auf dem Wasser liegen zu können Das Gefühl hat mich gereizt * Die Tür quietscht. * Can I go inside? Thank you Wie lange dauert die Fahrt bis ans Tote Meer? Eigentlich 40 Min., aber manchmal hat es Stau Und von dort ist es nicht mehr weit bis nach Jordanien, oder? Nein, man kann die Häuser sehen auf der jordanischen Seite des Toten Meeres.- Okay Könnten Sie uns etwas beschreiben, was man unterwegs so sieht? Wir fahren nun Richtung Jericho Das ist eine Strasse für alle Die Palästinenser können sie benutzen, aber auch die Israeli, weil sie in die Westbank geht, aber auch zu jüdischen Siedlungen führt Rechts könnt ihr die Mauer sehen zwischen Israel und Palästina Das ist also die Grenze zwischen between the Palestinian and the Israelian side Ah, okay Und müssen wir nicht durch einen Checkpoint? Nein, weil wir in diese Richtung fahren Ah, okay, it’s only to Schaut mal, auf der anderen Seite hat es sehr viele Autos Haben die Palästinenser einen anderen Pass? Sie haben einen palästinensischen Pass Ich gehöre zu den Arabern, die in Jerusalem leben Wir haben entweder einen jorda- nischen Pass und eine Israel-ID oder einige haben die israelische Staatsbürgerschaft Wie ist es denn für Sie, in Jerusalem zu leben? Es ist sehr schön und speziell Ein Segen Ich bin hier geboren, und unser Haus gehört meiner Familie seit der jordanischen Zeit Wir werden unsere Häuser nicht verlassen Aber ist es manchmal nicht auch schwierig? Sehr schwierig. Sehr Aber was können wir machen? Wir müssen geduldig sein Ich habe viele israelische Freunde, weil ich in einem Hotel gearbeitet habe Es gibt auf beiden Seiten gute Menschen und schlechte Auf beiden Seiten Vielleicht sind ja gar nicht die Menschen das Problem Nein, nur die Politik ist das Problem Der Politik sind die Menschen egal Sie kümmert sich um anderes Es geht ums Geschäft * Arabische Klänge *

Ich habe es sehr interessant gefunden, was Mahmud gesagt hat und wie er dieses Leben akzeptiert Vielleicht hat er sich aber auch einfach eine gute Art zurechtgelegt, wie er das erzählen möchte Ich bin noch unentschlossen Es ist einfach eine ganz andere Welt und ich finde es schwierig, sie zu verstehen * Orientalische Klänge * * Die Musik verklingt. * Das ist ja heiss wie in einem Backofen It’s hotter than in Jerusalem Es ist 10 °C heisser als in Jerusalem Warum denn das? Nur weil es auf einer anderen Höhe liegt? Ja, wir sind hier 400 m unter dem Meeresspiegel Hier vorne reiten Kinder auf einem Kamel Wow, es gibt hier Kamele So gut Come here Here is a chair – Ah, thank you Es sind einfach Stühle Wollen wir gleich ins Wasser? – Ich glaube schon It is not far to the water from here Können Sie uns zeigen, wo das Wasser ist? Thank you Können wir dann einfach immer weiter ins Meer hineingehen oder dürfen wir nur ein paar Schritte machen? Ihr könnt schon etwas reinlaufen Da vorne ist das Wasser This is my friend Hello Er ist ein Freund von mir, er wird euch helfen Thank you – Die Schuhe könnt ihr hier lassen Okay, come Wie ist es? – Es ist herrlich Grossartig Ihr werdet nachher jünger aussehen Geniesst es Ich bin hier, wenn ihr raus wollt Thank you very much – You’re welcome * Ruhige, entspannte Musik * Yves? Das ist ja unglaublich Ja, ich bin hier Krass Es ist ein Supergefühl, da drin zu liegen und es einfach geniessen zu können Man schwebt eigentlich über dem Wasser Ich glaube, dieses Gefühl werde ich nie mehr vergessen Es ist unglaublich Yves? – Ja? Liegst du? – Ja, und du? Ja * Entspannte Akkordeonmusik * Ja, gleich müssen wir Das ist wohl Guten Tag – Wo wollt ihr hin? Geradeaus an die Quai du Mont-Blanc Quai du Mont-Blanc? – Oui. Tout droit? Nein, da müsst ihr links – Nach links? À gauche, c’est près à – Also hier? Ja, hier – Ah, okay Merci beaucoup Dann wohl etwas zurück, oder? Ich weiss nicht, ob wir hier rüber können Pas là, pas là, ici – Ah, ici? On est en travaux, oui – Ah, ici, Yves Ici Hier kommt eine Baustelle. Ich weiss nicht, ob du das gehört hast Mit dem Probedreh in Genf hat alles begonnen Da haben wir herausgefunden, dass Genf an einem See liegt Vous voulez changer pour aller d’eau? (Beide) Oui – Venez avec moi.- Merci Das war die erste Challenge, ob das wohl gut ausgeht Werden uns die Leute uns helfen? Können wir ihnen spontan begegnen? Laufen sie nicht davon, auch wenn sie eine Kamera sehen?

All das mussten wir erst einmal ausprobieren Wir haben uns immer etwas gesteigert Das erste Mal waren wir in Genf im See, dann im Meer und dann im Toten Meer Ich erinnere mich noch, dass wir in Genf ein grandioses Entrecôte gegessen haben Im Restaurant, in dem Café de Paris erfunden wurde (Lachend) Ja So lernt man die Kultur sehr gut kennen Das Essen sagt sehr viel darüber aus Essen ist für uns beide etwas ziemlich Wichtiges Manchmal hatten wir typisches Essen, manchmal weniger typisches In Athen haben wir Hamburger gegessen Ah, da ist ein Pfosten Um mich herum – Da, hier ist ein Pfosten Ja, ja * Lachen * Hier ist eine Kurve – Warte kurz * Klackern des Blindenstocks * Voilà. C’est toi qui Wenn ich an “Blindflug” zurückdenke, ist es für mich ein grosses, wunderbar schönes Projekt, wie ein schönes Fotoalbum oder eine schöne Erinnerung an eine wunderbare Zeit * Gemächliche Musik * * Die Musik läuft weiter in den Kopfhörern. * Mit blindem Vertrauen – Das kann man so sagen Blauäugig – Ja Wir müssen fast noch eines machen Auf “Selfie” … Ah, drauf klicken – Ich lasse dich etwas üben “Ein Gesicht am rechten …” – Unten Jetzt drücken. Ja. Oh je – Oh. Nach links neigen Ob das wohl schön ist? Schön sicher nicht – Mach du das Ja, jetzt! – Jetzt muss du lachen Ja, ich lache * Klicken * Hast du gedrückt? – Ja War das wieder eine Zangengeburt Falls wir noch einmal eine Reise machen und etwas Budget haben, besorgen wir einen Selfiestick Den kannst du gerne auf dein Budget nehmen * Yves lacht. * Oh, wo geht es hier durch? – Ah, hier. Nein Doch, es geht schon Die Sträucher wachsen etwas raus Du kannst hier rund herum – Nein, hier kommt man nicht durch Nicht? Nein, hier – Oder hier Hier, hier – Ja SWISS TXT AG / Access Services Maria Krähenbühl – 2020